Müssen Konzerte immer optisch aufwendig sein? Oder reicht allein die Musik, um überwältigt zu werden? Dass das möglich ist, zeigte das US-Duo Wye Oak im Februar bei einer ersten Deutschlandtour zum aktuellen Album „Civilian“. Sängerin Jenn Wasner steht mit Blick zur Decke am Mikrofon, wippt hin und her, zupft an der Gitarre und singt Lieder, die oft klingen, als würden sich die Pixies mit minimalem Indierock neu erfinden. Neben ihr bearbeitet Schlagzeuger Andy Stack mal robust, mal zart die Felle und fummelt am Keyboard herum, ohne sich um das Publikum zu scheren. Das kann getrost zur Theke schlendern, denn selbst wer nicht hinschaut, wird von ihren emotionalen Songs ergriffen. Eine tolle Show ohne große Showeinlagen, bei der es wenig zu sehen, aber viel zu fühlen gibt.

Video-Tipp: „Please Concrete“ von Wye Oak