Der große Auftritt im Stadion: für die meisten Musiker der Gipfel der Karriere, für Neil Diamond so alltäglich wie Zähneputzen. Der Mann hat schon in den 70er-Jahren Hallen mit seinem buttrigen Bariton und Songs wie „Sweet Caroline“ gefüllt. 2005 tat Star-Produzent Rick Rubin das, was er zuvor schon mit Johnny Cash getan hatte: Er befreite Diamonds Songs von allem Ballast und legte dessen tolles Songwriting frei. Auf seinen Konzerten stehen nun rüstige Mehrzweckjackenträger neben bebrillten Nerds. Während die einen alles in ZDF-Hitparaden-Manier zerklatschen, sind die Jungen gerührt: von der groovenden Bläser-Formation, den tanzenden Background-Sängerinnen und der Las-Vegas-Beleuchtung. Aber vor allem von dem 70-Jährigen, der definiert, was ein großer Auftritt ist.

Video-Tipp: „Sweet Caroline“ von Neil Diamond