Robert Allen Zimmerman wurde 1941 in Minnesota geboren. Von seinen Eltern wurde sein musikalisches Talent gefördert. Unter der Anleitung eines Cousins lernte er zunächst Klavier spielen, bevor er zur akustischen und später zur elektrischen Gitarre wechselte. In der High School traf er Gleichgesinnte und begann verschiedene musikalische Projekte. Zu dieser Zeit trat er noch unter dem Namen „Bobby Zimmerman“ auf. Da ihm seine Musik und die Auftritte immer wichtiger wurden, beschloss er aber, seinen Nachnamen durch einen Künstlernamen zu ersetzen. Dylan begann Ende der 1950er-Jahre nach Rock “n“ Roll-Jahren in Schülerbands als Folkmusiker und wandte sich Mitte der 1960er-Jahre der Rockmusik zu. Seinen ersten professionellen Auftritt absolvierte Dylan 1961 im Vorprogramm von John Lee Hooker. Nachdem er zunächst erfolgreich in kleinen Clubs aufgetreten war, machte er erste Schallplattenaufnahmen als Mundharmonikaspieler auf einem Album von Harry Belafonte. Kurze Zeit später folgte der erste eigene Plattenvertrag. Während sein erstes, 1962 erschienenes Album noch vornehmlich Fremdkompositionen enthielt und wenig Aufmerksamkeit erntete, brachten seine folgenden Alben „The Freewheelin“ Bob Dylan“ und „The Times They Are a-Changin““ Bob Dylan den Durchbruch. Sie enthielten neben einfachen, aber umso eindringlicheren Liebesliedern vor allem sozialkritische Songs. „Blowin“ in the Wind“ traf den Nerv der Zeit und wurde zur pazifistischen Hymne einer ganzen Generation. 1963 trat er gemeinsam mit Joan Baez und anderen Folksängern bei der Abschlusskundgebung des „Marsches auf Washington für Arbeit und Freiheit“ auf, bei der Martin Luther King seine berühmte Rede „I Have a Dream“ hielt. Mitte der 60er Jahre begann Dylan, seine bis dahin fast ausschließlich solo und auf der akustischen Gitarre gespielte Musik elektrisch zu verstärken und sich von einer Band begleiten zu lassen. Auf der darauffolgenden Europatournee, bei der er sich von den Musikern begleiten ließ, die später unter dem Namen The Band bekannt wurden, stieß seine elektrisch verstärkte Musik teils auf heftige Ablehnung. Seinen Wandel vom Folksänger zum Rockmusiker vollzog er auf drei Alben, die er in kurzer Abfolge Mitte der 1960er Jahre veröffentlichte und die heute als Klassiker der Rockmusik gelten. Nach einer Tour im Jahr 1966 und einem Motorradunfall im Juli 1966 unternahm er die folgenden acht Jahre keine weiteren Tourneen. Sein Doppelalbum „Self Portrait“ aus dem Jahr 1970 erschien vielen Fans als eine lieblose Sammlung uninspirierter Songs und gilt als eine seiner schlechtesten Platten. Bob Dylan bezeichnete die Veröffentlichung später als den Versuch eines Befreiungsschlags, mit dem er die von ihm als bedrückend empfundene Erwartungshaltung seines Publikums zerstören wollte.

Video Tipp: Bob Dylan – Duquesne Whistle

Eine spektakuläre Comebacktournee Anfang 1974 war zwar binnen weniger Stunden ausverkauft und ein großer Publikumserfolg, die Urteile der Kritiker fielen jedoch eher zwiespältig aus. Vor allem wurde bekrittelt, dass er kaum neue Songs bringe und mehr „schreie als singe“. Auffallend war, dass er viele altbekannte Lieder in völlig neuem musikalischen Gewand darbot und diese damit zwar einerseits revitalisierte, andererseits aber oft bis zur Unkenntlichkeit veränderte. Diese Herangehensweise an das eigene Werk hat Dylan bis heute beibehalten – sie ist zu einem seiner Markenzeichen geworden.

Die 1980er Jahre waren durch viele unterschiedliche Alben gekennzeichnet, deren Stil bei Kritik und Publikum großteils verhaltene Resonanz auslöste. In der zweiten Hälfte der Dekade hatte Dylan mit einem Alkoholproblem zu kämpfen. Die Auftritte jener Zeit verliefen zum Teil entsprechend chaotisch. Seit dem Jahr 1988 befindet sich Dylan auf der inoffiziell so bezeichneten Never Ending Tour, die ihn schon mehrmals um den Erdball führte. Dabei gibt er im Schnitt über 100 Konzerte pro Jahr. Während Dylan in den ersten Jahren der Never Ending Tour manche Stücke mit zumeist skurrilen Kommentaren einleitete, spricht er, mit Ausnahme der Vorstellung der Bandmitglieder, nun oft so gut wie kein Wort und beschränkt sich allein auf das Singen und Musizieren. Gelegentlich findet er jedoch Gefallen daran, einen Witz einzustreuen.

1994 trat Dylan auf dem Woodstock-II-Festival auf, einer Neuauflage des legendären Festivals von 1969. Sein Auftritt wurde zur Überraschung vieler Beobachter von dem überwiegend jugendlichen Publikum euphorisch aufgenommen. 1997 veröffentlichte Dylan nach sieben Jahren erstmals wieder neue eigene Songs. 2006 erschien Dylans 32. Studioalbum „Modern Times“, das weltweit größtenteils begeistert aufgenommen wurde und mit dem er das erste Mal seit „Desire“ (1976) wieder an die Spitze der US-Charts gelangte. Die Rückkehr auf Platz eins der US-Hitparade nach drei Jahrzehnten ist zuvor noch keinem lebenden Musiker gelungen. Ein neues Studioalbum mit dem Titel „Tempest“ erschien 2012.

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