Santigold ist eine der wandlungsfähigsten Figuren im Musikgeschäft. Damit ist nicht etwa die 2009 – durch einen Rechtsstreit erzwungene – Namensänderung von Santogold in Santigold gemeint. Nein, die New Yorkerin besticht auch sonst durch Vielseitigkeit. Getreu dem Titel ihres aktuellen zweiten Albums „Master of My Make-Believe“ ist Santigold tatsächlich die „Herrin ihrer Fantasie“: Auf dem Cover des Albums posiert sie in weiblicher und männlicher Verkleidung, ihr Pop klingt dank hypnotisierender Rhythmen und kreolischer Klänge aufregend anders und wurde von Produzenten-Paradiesvögeln wie Diplo, Boys Noize oder Dave Sitek eingespielt. Und auch auf der Bühne weiß sich die Künstlerin zu inszenieren: Kein Konzert, bei dem Santigold nicht das mit Sicherheit modisch bestechendste Outfit des gesamten Saals trägt. Und keine Show, bei der Santigold nicht durch zwei mindestens ebenso aufregend gewandete Tänzer flankiert wird. Auch die Band ist dem Dresscode angepasst, denn Santigold weiß: Pop ist zuallererst immer auch schöner Schein. Schließlich arbeitete Miss White als Talentscout, Songwriterin und Produzentin in der Musikindustrie, bevor sie mit „Santogold“ (2008) den Sprung ins Scheinwerferlicht wagte. Inzwischen wird die 35-Jährige als Stil-Ikone gehandelt, ihre Musik läuft auf Fashion-Shows und Lifestyle-Events. Santigold selbst wirkt stets gefasst und seelenruhig – auf der Bühne ebenso wie jenseits davon. Schließlich ist sie in ihrer Fantasiewelt unangefochten der Boss.

Video-Tipp: „Disparate Youth“ von Santigold