Zuletzt machte Rea Garvey als Juror von „The Voice of Germany“ mit kreativen Wortschöpfungen wie „unfuckingfassbar“ von sich reden. In den Duden wird er es damit vermutlich nicht schaffen. Dafür ist ihm ein Eintrag im Musiklexikon sicher: Zu verzeichnen sind Hits mit der Band Reamonn („Supergirl“, „Josephine“). Außerdem das Soloalbum „Can’t Stand The Silence“, mit dem Garvey 2011 die Charts stürmte. Der Ire ist Deutschlands beliebtester Rocker. Keinem anderen gelingt es so gut, weibliche Kuschelrockfans und harte Jungs in Lederjacke vor der Bühne zu
vereinen. Sein Geheimnis: eine sanfte Stimme, die auf euphorische Gitarren und zeitgemäße Elektrosounds trifft.

Bei seinem Soloprojekt ist es dem 38-Jährigen wichtig, nicht auf den bereits geebneten Reamonn-Pfaden zu wandeln, sondern sich eigene Wege zu suchen: „Unsere letzte Tour war in riesigen Arenen, und mit Rea Garvey haben wir wieder in kleinen Clubs angefangen“, zieht der Musiker Bilanz und stapelt bewusst tief, „das war für mich wichtig, denn ich wollte nicht sofort pompös denken und Arenen füllen.“ Es geht ihm darum, die direkte Nähe zum Publikum zu spüren, den Leuten direkt in die Augen zu schauen und sie mitzunehmen. Für Garvey ist es der logische Schritt zur Rückkehr zum Kerngeschäft eines Musikers: „Der Witz ist: Mit mehr Erfolg wirst du immer mehr davon entfernt. Irgendwann ist es massiv – und ich will wieder da hin.“ Mit Erfolg: Seine letzte Tour war bereits ausverkauft. Denn hier spielt nicht einfach der Ex-Sänger von Reamonn, sondern Rea Garvey.