Wer David Guetta für cool, Madonna für heiß und Lemmy (Motörhead) für ekelig hält, der kann getrost umblättern. Alle anderen sollten sich Tenacious Dlive ansehen. Und das in richtig großen Hallen, mit einer fetten Produktion, dreiköpfiger Backingband und ihrem Hit- Album „Rize Of The Phoenix“, das Platz 5 der Charts erreichte. Eine Sensation! Schließlich ist das Duo Jack Black (43) und Kyle Gass (52) schon seit 18 Jahren aktiv, trotz Geniestreichen wie „The Pick Of Destiny“ aber nie über reinen Kultstatus hinausgekommen. Es sorgt mit seiner Mischung aus Classic Rock, Stand-up- Comedy und Slapstick wahlweise für helle Begeisterung oder verständnisloses Kopfschütteln. Kein Wunder: Bei Tenacious D ist Black nicht der begnadete Schauspieler aus „High Fidelity“, „School Of Rock“ oder „Be Kind Rewind“, sondern eine Rampensau, die schrillen Falsettgesang zur akustischen Gitarre serviert, eindeutig zweideutige Texte zum Besten gibt und sich als Retter des Heavy Metal aufspielt – vor dem Hintergrund eines riesigen erigierten Penis. Der Stoff, aus dem Spinal Tap oder Monty Python sind. Und wovon Judas Priest, Iron Maiden, Led Zep und Co. nur träumen. Einfach, weil es so grotesk, so überzogen, so frontal, aber auch genial ist. Eben die unheilige Allianz aus Comedy und Rock – mit perfider Provokation und gestrecktem Mittelfinger. Sprich: Die Anti-Guettas. Oder: Lemmys uneheliche Kinder mit Mutter Ciccone. Enjoy!

Video-Tipp: Tenacious D live beim Rock 2012