„Supersonic“, „Wonderwall“ oder „Don’t Look Back In Anger“, das sind ohne Zweifel Songs für die Ewigkeit. Wenn Noel Gallagher im März auf Deutschlandtour kommt, dann gibt es sie endlich wieder live zu hören. Gemeinsam mit seiner neuen Band, den High Flying Birds, spielt er nämlich nicht nur Songs von seinem ersten selbst betitelten Soloalbum. Fast die Hälfte des Konzerts besteht aus den epochalsten der epochalen Hits seiner alten Band Oasis.

Gut zwei Jahre ist es her, dass die beste aller Britpop-Bands sich nach einem weiteren Krach zwischen Noel und seinem Bruder Liam getrennt hat. Wer sie seitdem schmerzlich vermisst hat, der kann sich also auf einen Abend voll Nostalgie freuen. Aber eben auch auf viel Neues. Denn viele Oasis-Stücke spielt Gallagher leicht abgewandelt in einer reduzierten Akustikversion, nur vom Klavier und Tamburin begleitet, andere erklingen in voller Lautstärke, von seiner Band gekonnt instrumentiert. Perfekt reiht er sie zwischen die Stücke seines Soloalbums. Denn auch die haben den typischen Oasis-Sound, allerdings ohne zu sehr an früher zu hängen. So lässt sich zu „AKA… What A Life!“ super Disco tanzen, bei „Everbody’s On The Run“ in Streichern wiegen und während „The Death Of You And Me“ an Popcorn und Manege denken. So spannend und musikalisch abwechslungsreich waren Oasis live schon lange nicht mehr. Das Einzige, an dem es Noel auf der Bühne fehlt, ist die arrogante Attitüde, die sein Bruder Liam stets an den Tag legte. Aber die braucht er auch gar nicht bei so großartigen Songs.

Video-Tipp: „AKA… What A Life“ von Noel Gallagher’s High Flying Birds