Der Deutsch-Türke Savas Yurderi, besser bekannt als Kool Savas, hat deutschen Rap als Erster in die Schlagzeilen gebracht. Anfang des letzten Jahrzehnts, als Sido und Bushido noch auf der heimischen Couch den US-Stars auf MTV zuschauten, ließ es der Berliner mit der rauchigen Stimme bereits mächtig knallen: Heftige Beats und provokante Texte unterhalb der Gürtellinie sorgten für ein gewaltiges Medienecho.
Der heute 36-Jährige gefiel sich in der Rolle des bösen Buben und initiierte 2005 mit dem Video zu „Das Urteil“ einen handfesten Skandal: Im Clip beerdigte er ein Double seines ehemaligen HipHop-Zöglings Eko Fresh, der zuvor die Frechheit besaß, Kool Savas zu beleidigen. Geschadet hat Savas der Aufruhr nicht – im Gegenteil: Nationale und internationale Stars wie Jadakiss, RZA, Samy Deluxe und Xavier Naidoo rissen sich darum, mit ihm zu arbeiten. Seinem Stil ist er über die Jahre treu geblieben. Der wortgewaltige Rapper ist auf der Bühne ein großartiger Showman, der ausgefeilte Songs ebenso im Repertoire hat wie obszöne Tracks.
Dabei ist die HipHop-Legende privat ein Mann, der über den Tellerrand hinausschaut und auch Verantwortung für seine Fans übernimmt: Er engagiert sich in Anti-Drogen-Kampagnen, ist gegen Tierversuche und für Integration. Und auch als Musiker reicht ihm Exzess allein nicht mehr aus. Auf seinem neuen Album „Aura“ präsentiert sich Savas als nachdenklicher Mann, der aus seinen Fehlern gelernt hat. Der Beweis: Auch als Rüpelrapper kann man weicher werden, ohne an Kraft zu verlieren.

Video-Tipp: „Aura“ von Kool Savas