Einen gewissen Hang zur Niedlichkeit kann man schwedischen Bands kaum absprechen – angefangen bei Abba über die Cardigans bis hin zu Peter, Björn And John und den Shout Out Louds. Deren Sänger Adam Olenius guckt in die Welt wie Michel aus Lönneberga durch eine Scheibe mit Eisblumen. Das passt zur Musik der Shout Out Louds, die immer ein Gefühl von melancholischem Staunen vermittelt und einfach sofort ins Ohr geht. „Please Please Please“ und „Fall Hard“ gehören dazu. Die fünf Stockholmer haben mit ihren vier Alben „Howl Howl Gaff Gaff“, „Our Ill Wills“, „Work“ und „Optica“ durchweg solide Werke abgeliefert. Böse Zungen behaupten, sie würden von Album zu Album seichter. Den Anspruch, große Indiepoeten sein zu wollen, haben sie allerdings auch nie formuliert. Sie bauen auf fröhlich klingende Akkorde ohne allzu große textliche Verbissenheit. Leider stellt man häufig fest, dass sie diese Freude nicht so recht mit auf die Bühne bringen wollen. Manchmal stehen sie da wie bierernste Berufsmucker. An anderen Tagen sind sie plötzlich mit vollem Einsatz dabei. Kennt man von Van Morrison – aber der nennt auch zwei Grammys sein Eigen.

Video-Tipp: „Fall Hard“ von den Shout Out Louds