Mit „Loud City Song“ legt die 28-Jährige Amerikanerin bereits ihr drittes Album vor, allerdings das erste, das als reines Studio-Album im herkömmlichen Sinne durchgehen würde. Mit ihrem Debut „Tragedy“ hatte sie noch ein Euripides-Drama vertont, im Jahr 2012 folgte „Ekstasis“ als Wiederveröffentlichung auf dem renommierten Domino-Label. Über drei Jahre hatte sie daran gearbeitet, arrangiert. Man merkt Holter in jedem einzelnen Stück an, dass sie einst Komposition studiert hat, am berühmten California Institute of the Arts in Los Angeles. Von dieser berüchtigten Anti-Pop-Schule sind auch bereits John Maus und Ariel Pink abgegangen.

Video Tipp: Julia Holter – Our Sorrows

Ihre Karriere begonnen hat Julia Holter im Wohnzimmer, wo sie Synthesizer, Field recordings, klassische Instrumente und Drones zu einem dichten Sound zusammen schichtete. Ihre Musik ist leicht, fast zierlich und dennoch ungeheuer dicht. Vocoder-Effekte, Cembalo, auf „Loud City Song“ auch Blasinstrumente, dann wiederum eine fast Engelsgleiche Stimme, die fast zu zerbrechen droht und dennoch vom Sound zusammen gehalten wird. Aber nicht nur im Klang ist Holter vielschichtig, auch die Dynamik und das Songwriting ziehen einen in den Bann. Mit wunderschönen Oberflächen und detaillierten Klang-Architekturen schafft sie es, „einfach schön“ zu klingen und dennoch entdeckt man mit jedem Durchlauf immer neue Facetten.

Das Album „Ekstasis“ exklusiv im Spotify-Stream