Mi, 23. Oktober 2019 Uhr
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PRINZ im Interview: Patrice

Er feiert das Leben und die Kleinigkeiten, die es lebenswert machen, mit farbenfrohem musikalischen Feuerwerk. PRINZ traf Patrice und sprach über seine Leidenschaft!



Patrice erfindet mit seiner Mischung aus Reggae, Soul, Hip Hop, Blues und R&B eine völlig eigenständige Musik, für die, außer eventuell Gentleman, keine vergleichbaren Künstler zur Verfügung stehen. Seine Leidenschaft für den Reggae ist dabei unverkennbar. Mit seinem aktuellen Album „The Rising of the Son“ stellt er dies auch wieder eindrucksvoll unter Beweis. PRINZ traf Patrice und klärte die großen Fragen des Daseins, der Liebe, den Ängsten, dem Tod und der Wiederkehr:

Deine Eltern betrachteten Dich als Reinkarnation Deines Großvaters. Ein großes Thema auf  deinem aktuellen Album „The Rising of the Son” ist ebenfalls Wiedergeburt. Glaubst Du selbst daran?

Ich glaube an das Konzept Wiedergeburt. Schau dir zum Beispiel die Natur an. Nichts vergeht wirklich, am Ende jeden Tages formiert sich alles neu. Das ist für mich eine Art Wiedergeburt. Ich glaube aber nicht daran, dass Menschen wiedergeboren werden. Für mich sind das alles verschiedene Ebenen! Man kann das auch gut am Album erklären: ich habe dort Ideen neu aufleben lassen und sie im neuen Gewand aufbereitet. Ich musste mich dafür auch neu erfinden, habe neue Erfahrungen gemacht. Ich fange mit dem Album wieder von Null an. Das ist wie eine Wiedergeburt!

Wer hat Dich am stärksten beeinflusst (sowohl musikalisch als auch als Mensch)?

Definitiv mein Vater. Er ist ein Teil von mir, meiner Identität. Sein Geist lebt in mir und meinen Kindern weiter.

Wie kamst du zum Reggae?

Ganz einfach über Bob Marley. Meine Schwester hatte eine Kassette. Auf der einen war die „Rocky Horror Picture Show“, auf der anderen Bob Marley. Darauf bin ich extrem hängen geblieben. Bob Marley hat mich geprägt, durch seine Musik konnte ich mich öffnen. Später, als ich dann viel Hip Hop gehört habe, waren die Reggae Parts immer meine liebsten.

Für die Aufnahmen Deines Albums bist Du zwischen Deutschland, Frankreich, England und Jamaika gependelt. Hat jedes dieser Länder seinen ganz eigenen „Vibe“?

Ja schon. Aber das Pendeln war nicht unbedingt so geplant. Zur Zeit der ersten Produktionsphase habe ich in Frankreich gewohnt. Als ich dann in England war, habe ich dort die String-Arrangements gemacht. Aufgenommen habe ich aber viel in Köln. Für die Backing Vocals und die Horns bin ich dann extra nach Jamaika gereist, weil die Aufnahmen dort einfach geiler klingen und der Vibe dort in der Tat anders ist. Ich habe mir sozusagen aus jedem Land die Vorteile herausgezogen.

Wie kommt es, dass das neue Album wesentlich reggaelastiger ist als deine anderen?

Weil ich das länger nicht gemacht habe und die Leute aufgegeben haben darauf zu warten! Dazu ist der Hype um Reggae abgeflaut, also hab ich mir gedacht „Das kannst du wieder machen!“ Reggae ist eben die Musik, die mich am meisten anspricht!

Du hast in einem Interview gesagt, dass es für dich immer klar war, dass du Englisch singen möchtest. Warum nicht Deutsch?

Ich war noch sehr jung als ich mit dem Musik machen angefangen habe. Für mich war deutsche Musik immer nur Schlager. Englisch war cool – Deutsch haben immer nur die alten Leute gehört! Außerdem habe ich in einer englisch-sprachigen Familie gelebt. Ich kann so auch viel mehr Gefühl beim singen transportieren! Manche Sänger hören sich auf Deutsch einfach nicht gut an! Ich liebe es aber deutsche Texte zu schreiben, ob für andere Künstler oder auch deutsche Literatur für mich selbst.

Was hälst du von den vielen Vorurteilen gegen Reggae-Musik?  Gerade auch in Bezug auf Deutschland!

Reggae muss sich einfach neu erfinden. Es gab eine Zeit, da war die Musik zu sehr amerikanisiert. Aber es geht langsam wieder in die richtige Richtung. Auch das Thema Homophobie hat einen starken Rücklauf! Reggae war eben selbst Schuld an dieser ganzen Aufregung, die Ansichten viel zu altertümlich.

Du bist auch ein erfolgreicher Produzent. Zuletzt hast Du auch für Grammy-Gewinner Cee Loo Green produziert. Was gibt Dir diese Arbeit mit anderen Künstlern?

Ich liebe die Herausforderung und die Abwechslung. Wenn ich Lust habe Beats zu produzieren, dann will ich das auch machen können. Ich liebe es, andere zu produzieren und dabei eine Vision zu formulieren. Ich glaube, ich weiß, wie man Platten aufnimmt und wie man analoge Technik richtig einsetzt. Ich bin der absolute Nerd, was das Studio angeht. Mein Ansatz als Produzent ist unkonventionell. Ich gebe den Künstlern offensichtlich ein gutes Gefühl. Natürlich findet innerhalb der Musikbranche auch ein großer Wettbewerb statt. Am Ende des Tages arbeitet ein Künstler nur dann mit mir zusammen, wenn er das Gefühl hat, dass ich für ihn das stärkere Stück produziert habe. Beim nächsten Stück kann das schon wieder anders sein und irgendein großer Name bekommt stattdessen die Kohle. Man tut, was man kann. Manchmal liegt man goldrichtig, manchmal nicht. Und es ist ein tolles Gefühl goldrichtig zu liegen.

Am 24.01.2014 erscheint die neue Single „Every Second“. Produziert wurde der Titel von Donovan Bennet aka Don Corleon, dem jamaikanischen multiplatin dekorierten Produzenten und wahrscheinlich Hauptverantwortlichen für authentischen und dennoch chartkompatiblen Reggae unserer Zeit. In Dons Studio in Kingston hielt sich Patrice während seines Jamaika-Aufenthalts lange auf, um das absolut purste und beste Material für sein Album heraus zu kondensieren. So wurden mehr als fünf Songs aufgenommen von denen es einer auf das Album schaffte. Und so strotzt der neue Release gerade zu vor dem Blut, Geist und Seele von zwei der besten ,die das Genre zu bieten hat. Nach der Single „Cry Cry Cry“ ist „Every Second“ die zweite Singleauskopplung des neuen Albums „The Rising Of The Son“, welches seit Ende August in den Läden steht und in der ersten Woche direkt auf Platz 11 der deutschen Album-Charts einstieg.

Zum Kinostart von „Mandela – Der Lange Weg zur Freiheit“ suchen Senator Film Verleih, SOUTH AFRICAN TOURISM und Patrice einen persönlichen Song zu Ehren von Nelson Mandela.

Jeder, der mitmachen möchte, ist dazu aufgefordert, seine Kreativität für eine der einflussreichsten Persönlichkeiten unserer Zeit musikalisch zum Ausdruck zu bringen. Den Song schickt man einfach per Link zum Stream oder Video an Patrice, der unter allen Einsendungen seine drei persönlichen Favoriten wählt, die anschließend auf der Facebookseite zum Film zur Wahl des finalen Siegers gezeigt werden.

Gewinn:

Der Gewinner des Songcontests wird von Patrice eingeladen, seinen Song gemeinsam mit ihm im Studio einzuspielen! Darüber hinaus winkt dem Gewinner eine Reise nach Kapstadt, Südafrika für 2 Personen!

Teilnahme:

Alle Teilnehmer schicken ihren Song über Themen wie Menschlichkeit, Liebe, Frieden oder Freiheit per Link zum zu einem Stream oder Video an Patrice. Das Formular hierfür gibt es unter: http://www.mandela.senator.de/songcontest/

Die Teilnahme ist noch bis zum 27.01.2014 – 10.00 Uhr möglich.
Das Voting erfolgt vom 03.02. – 07.02.2014
Ende des Songcontest ist am 02.02.2014

Hört hier das Album „The Rising Of The Son“ als Spotify Playlist:


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