Fr, 18. Oktober 2019 Uhr
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PRINZ im Interview: Frida Gold

Sie greifen sich den Eurodance der 90er, frisieren ihn für die 2000er und wischen der miesen Stimmung eins aus. PRINZ traf Alina und Andreas von Frida Gold.



Sie greifen sich den Eurodance der 90er, frisieren ihn für die 2000er und wischen der miesen Stimmung eins aus. Den absteigenden Dreiklang zur aktuellen Weltlage – Religion, Rebellion, Krise – verwandelt Sängerin Alina in pure Euphorie: Religion, Rebellion, Liebe. PRINZ traf Alina und Andreas von Frida Gold und sprach über das „Live und Akustisch“ Album und die bevorstehende Deutschland-Tour!

Liebe ist also eure Rebellion und Religion! Wogegen rebelliert ihr? Woran glaubt ihr?

Alina: Im Grunde könnte man sagen, dass wir für die Liebe aufstehen. Es geht vor allem darum sich zur Liebe zu bekennen, Zwischenmenschlichkeiten walten zu lassen und das auch vor sich her zu tragen. Für mich war das total interessant die Liebe in dieses Spannungsfeld zwischen Rebellion und Religion zu setzen. Die Rebellion als etwas lautes, das man nach außen trägt und die Religion mehr als das intime, das man in sich trägt. Ich fand es spannend Liebe diesen beiden Dingen gegenüber zu stellen.

Euer neues Album ist, im wahrsten Sinne des Wortes, live und akustisch. Wie war es für Euch einen reinen unplugged Auftritt zu haben – noch dazu in einer Kirche?

Alina: Das war ein großartiges Gefühl. Wir hatten diesen Gedanken schon lange in uns. Wir haben bei der Entstehung des Originalalbums schon mit dem Gedanken gespielt, denn die Songs sind wirklich sehr herunter gebrochen – am Piano oder an der Akustikgitarre entstanden. Nach dem tollen Einstieg und dem Feedback unserer Fans zum Originalalbum “Liebe ist meine Religion“ hatten wir das Gefühl etwas zurückgeben zu wollen. Wir wollten die Fans dorthin mitnehmen, wo die Songs ihr zu Hause haben. Dafür haben wir uns eine spezielle Location ausgesucht. Wir haben dann entschieden, dass das Ganze ein Live-Abum werden soll. Wir wollten das Gefühl im Austausch mit den Frida Gold Fans einfach leben. Für mich war die Kirche, fernab von der Institution, auch schon immer ein Symbol und ein Raum für Gemeinschaft und für das Zusammenkommen. Das hat uns inspiriert.

Ist ein unplugged Auftritt so etwas wie ein Ritterschlag für Künstler? Es ist ja immerhin ein Unterschied einen Titel Live auf einer Bühne oder eben bei einem Akustik-Konzert in intimer Runde zu spielen!

Andreas: Für uns war es in jedem Fall etwas Besonderes. Ein Ritterschlag war es jetzt nicht unbedingt, weil wir das Projekt natürlich auch selber in die Hand genommen haben. Wir haben entschieden das zu machen, hatten unsere eigenen Produzenten und haben von der Inszenierung über die Performance alles selber gemacht. In sofern war das Family-Business für uns. Wir hatten ein tolles Team hinter uns, welches unsere Ideen umgesetzt hat und wir sind total stolz darauf.

Gibt es Künstler, die euch maßgeblich geprägt und beeinflusst haben oder welche, mit denen ihr gern mal zusammen arbeiten möchtet?

Alina: Wir haben alle das große Glück gehabt, von klein auf mit Musik in Berührung gewesen zu sein. Bei uns zu Hause wurde sehr sehr viel Musik gehört, obgleich unsere Familie nicht aktiv Musik praktiziert hat. Wir haben einfach eine gute musikalische Sozialisation durchlebt. Ich glaube das ist ganz entscheidend für den musikalischen Werdegang. Generell Künstler, mit denen wir unbedingt zusammenarbeiten möchten, gibt es nicht. Wir glauben daran, das sich Wege dann kreuzen, wenn sie sich kreuzen sollen und das sich dann eine Synergie ergibt, die man so nicht konstruiert kriegt. Letztendlich kommen die spannendsten Sachen dabei raus, wenn man mit Leuten arbeitet, bei denen es am Anfang gar nicht so augenscheinlich funktioniert.

Alina, dein Stil ist ja schon speziell – stark, feminin, extravagant – Du wirst auch oft als Stilikone bezeichnet. Ehrt dich das oder möchtest du das eigentlich gar nicht sein?

Alina: Ich lebe das natürlich total. Das ist Teil meiner Persönlichkeit. Ich drücke mich gern über diesen Weg aus und mir macht es vor allem eine Menge Spaß. Natürlich ist es Beiwerk meiner eigentlichen Kunst, meiner Musik. Das der Fokus oft auf den modischen Aspekt liegt, liegt glaube ich an der Natur der Dinge. Das, was wir visuell vor uns haben, was wir erfassen können, das ist das, was Aufsehen erregt. Ich sehe das aber nur in Zusammenhang mit meiner Musik – und auch nur so. Meine Leidenschaft ist es Songs zu schreiben und der Rest ist wie eine Spielwiese für mich.

Was können Frida Gold Fans 2014 erwarten? Was habt ihr fürs neue Jahr geplant?

Andreas: Auf jeden Fall gehen wir jetzt erst einmal auf große Deutschland Tour. Das ist für uns natürlich ein absolutes Highlight. Wir haben eine ganz tolle Situation erschaffen, weil wir ja zwei Alben, oder eigentlich sogar drei im Gepäck haben. Wir freuen uns darauf Sachen auszuprobieren, können flexibel entscheiden welche Songs wir spielen und wollen natürlich einen Mix aus dieser lauten, großen Inszenierung und der kleinen intimen akustischen Inszenierung kreieren. Wir werden aus beiden Welten schöpfen.

Ihr wollt Frida Gold live sehen? Hier die Termine:

Freitag, 21.02.2014 – Würzburg Posthalle
Sonntag, 23.02.2014 – Dresden Alter Schlachthof
Dienstag, 25.02.2014 – Erfurt Stadtgarten
Donnerstag, 27.02.2014 – Leipzig Werk2 Halle A
Freitag, 28.02.2014 – München Muffathalle
Samstag, 01.03.2014 – Stuttgart-Wangen LKA Longhorn
Sonntag, 02.03.2014 – Saarbrücken Garage
Dienstag, 04.03.2014 – Frankfurt Batschkapp
Mittwoch, 05.03.2014 – Mannheim Capitol
Freitag, 07.03.2014 – Hannover Capitol
Samstag, 08.03.2014 – Hamburg Docks
Sonntag, 09.03.2014 – Berlin Huxley’s Neue Welt
Dienstag, 11.03.2014 – Rostock moya Kulturbühne
Mittwoch, 12.03.2014 – Bremen-Hemelingen Aladin Music Hall
Donnerstag, 13.03.2014 – Dortmund FZW
Samstag, 15.03.2014 – Köln E-Werk

PRINZ verlost Tickets für folgende Konzerte:

Frida Gold Live In München
Frida Gold Live In Stuttgart
Frida Gold Live In Berlin
Frida Gold Live In Köln

Das Album „Liebe ist meine Religion – Live Und Akustisch“ im Spotify Stream.


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