Di, 15. Oktober 2019 Uhr
Prinz.de  ›  Regional  ›  Uni-Special: Elite-Universitäten in Deutschland

Uni-Special: Elite-Universitäten in Deutschland

Exzellenzinitiative, Eliteunis und Cluster – unsere Hochschulen sind elitär. PRINZ verrät euch Wissenswertes zu verschiedenen Standorten. 



Die Prüfungen sind in den meisten Unis und Studiengängen überstanden. Für manch einen von euch fängt das Abenteuer Studium aber erst oder wieder an. Zum Sommersemester 2014 werden vielerorts neue Studenten immatrikuliert – die sogenannten „Erstis“ reichen sich mit den „alten Hasen“ die Hand, die beispielsweise ihren Master in Form eines Aufbaustudiums starten. Bereits jetzt solltet ihr aber die Augen und Ohren offenhalten, denn die Bewerbungsfristen für das Wintersemester 2014/15 rücken stetig näher. Die Wahl der richtigen Uni ist oft nicht leicht. Je nach Studiengang solltet ihr euch genau anschauen, in welchem Bereich die entsprechende Hochschule gute Forschungsarbeit leistet, von der ihr profitieren könnt. 

Exzellenzinitiative des Bundes

Die Forschungszweige verschiedener deutscher Universitäten werden durch die Exzellenznitiative gefördert. Diese lief 2005/06 parallel zur Bologna Reform, also der Umstellung auf das Bachelor- und Mastersystem, an.

Die Exzellenzinitiative wird in drei Förderlinien aufgeteilt. Eine Hochschule muss zunächst durch die folgenden zwei Punkte von sich Reden machen: einzelne Forschungszweige und -projekte (Exzellenzcluster) sowie die Ausbildung der Doktoranden (Graduiertenschule). Nur die Hochschulen, die in diesen Punkten die Jury überzeugen konnten, haben auch die Möglichkeit mit ihrem Zukunftskonzept zu punkten und das Siegel „Elite-Universität“ zu bekommen.

Bedeutet also einfach gesagt, dass die Uni mit ihren verschiedenen Forschungszweigen zeigen muss, dass sich eine nachhaltige Investition in die Forschung dieser Hochschule auch lohnt. Denn an dem Siegel hängen nicht nur Ruf und Prestige, sondern auch jede Menge Fördergelder, die dann eben wieder in die Forschung reinvestiert werden können. 

Der Titel „Elite-Universität“ wurde 2012 elf Hochschulen in Deutschland verliehen. Bis 2017 bekommen diese über fünf Jahre lang verteilt finanzielle Förderung vom Bund und Ländern. 

Elite-Unis in Deutschland 

Humboldt-Universität zu Berlin

Unter den Linden 6, 10099 Berlin

Die Exzellenzcluster der HU Berlin, die als fördernswert eingestuft wurden, sind die Bildforschung, Raumforschung der antiken Welt, Erforschung neuer neurologischer Erkrankungen und die neue Entwicklung von Katalysatoren. Die HU gliedert sich in elf Fakultäten auf, an denen ca. 34.000 Studenten immatrikuliert sind. Die Bewerbungsfristen und die verschiedenen Studiengänge seht ihr hier

Universität Bremen

Bibliothekstr. 1, 28359 Bremen

Das Forschungsfeld „The Oceans in the Earth System – MARUM“ ist ebenfalls eines der Exzellenzcluster. Dabei wird die Rolle der Ozeane im globalen Erdsystem untersucht. Zwölf Fachbereiche stehen euch hier für euer Studium zur Verfügung. Momentan sind rund 19.000 Studenten an der Uni Bremen eingeschrieben. Zudem hat die Mensa der Hochschule einen ausgezeichneten Ruf und erhielt sogar den Titel „Mensa des Jahres 2005“. 

Universität zu Köln

Frangenheimstr. 4, 50931 Köln

Die nachhalitge Pflanzenproduktion und die Erforschung von Alterungsprozessen des Menschen werden in der Uni Köln erforscht und konnten bei der Exzellenzinitiative überzeugen. Aber damit nicht genug, denn auch die Geisteswissenschaften leisten fördernswerte Arbeit. Das historische Intistitut möchte in einem Projekt wichtige Schriftstücke der merowingischen und karolingischen Könige erschließen und erhielt dafür auf Landesebene Fördergelder. An sechs Fakultäten wird an der Uni Köln studiert – vielleicht ist für euch ja das passende dabei. 

Eberhard Karls Universität Tübingen

Geschwister-Scholl-Platz, 72074 Tübingen

In Tübingen liegt der Forschungsschwerpunkt auf den Neurowissenschaften, inbesondere der Erforschung der Nervenzellen und deren Einfluss auf die Hirnfunktionen. An der Hochschule sind momentan rund 28.500 Studenten an sieben Fakultäten immatrikuliert. Tübingen gehört zu den traditionsreichesten Standorten Deutschlands. Bereits 1477 gründete sich die Uni mit den ursprünglich vier Fakultäten Theologie, Jura, Medizin und Philosophie.

TU Dresden

Mommsenstr. 11, 01069 Dresden

Auch die Technische Universität Dresden konnte mit zwei Forschungsfeldern überzeugen. So wird hier die Elektronik der Zukunft erforscht und auch das Selbstheilungspotenzial des Körpers. Neben den Studiengängen im Bereich Mathematik und Naturwissenschaften, Ingineurwissenschaften, Bau und Umwelt, Ingineurwissenschaften und Medizin, werden in Dresden auch Anwärter im Bereich Geistes- und Sozialwissenschaften fündig. Zudem gehört die SLUB (Sächsische Landes-, Staats- und Universitätsbibliothek) zu den größten Bibliotheken Deutschlands und verfügt über umfangreiche Sammlungen in den verschiedenen Forschungsschwerpunkten. 

LMU München

Professor-Huber-Platz 2, 80539 München

In fünf Forschungsfeldern wird die LMU auf Bundesbene unterstützt. Dazu zählen das Nanozentrum, die Proteinforschung, die Neurologie, Laserwissenschaften und die Erforschung von Mikro- und Makrokosmos. Letztere wird ebenso wie die Proteinforschung von der TU München mit betreut und gilt als gemeinsames Forschungsprojekt der beiden Hochschulen. Mit 18 Fakultäten bietet die LMU München eines der breitesten Fachspektren Deutschlands und bietet so ein sehr umfangreiches Studienangebot. Zudem lehren hier gleich vier Professoren, die mit dem angesehenen Forschungspreis „Alexander von Humboldt-Professur“ ausgezeichnet wurden. 

 

TU München

Boltzmannstr. 15, 85748 München

Wie ist das Universum aufgebaut? Welche Eigenschaften und Funktionen haben Proteine? Wir bringe ich einen Roboter dazu menschliche Eigenschaften wie logisches Denken oder geplantes Handeln an den Tag zu legen? Mit diesen und vielen weiteren Fragen befasst sich die Forschung der Technischen Universität München. Mit 13 Fakultäten verfügt auch die TU über ein breites Fächerspektrum. Das TUNIX- und das GARNIX-Festival findet jährlich statt und wird von Studenten der TU organisiert. 

FU Berlin

Kaiserswerther Straße 16-18, 14195 Berlin

Die Freie Universität in Berlin wirbt vor allem mit ihrer internationalen Ausrichtung. Zahlreiche Hochschul- und Stadtpartnerschaften bieten den Studenten hervorragende Möglichkeiten für einen Austausch mit anderen Ländern. Das schlägt sich auch in der Studentenschaft wieder – rund 17% kommen aus anderen Ländern. Mehr als 150 verschiedene Studiengänge könnt ihr hier belegen. Stöbert doch mal durch das Angebot der FU

Universität Konstanz

Universitätsstraße 10, 78464 Konstanz

Eine der jüngsten deutschen Hochschulen ist mir ihrer Gründung im Jahr 1966 die Uni Konstanz. Vor allem in den Geistes- und Sozialwissenschaften, speziell den Kulturwissenschaften und Entscheidungswissenschaften, den Lebens- und Naturwissenschaften, der Chemischen Biologie und Ökologie sowie den Nano- und Materialwissenschaften wird hier geforscht. Wenn ihr euch für ein Studium an der Uni Konstanz interessiert, könnt ihr aus ca. 100 verschiedenen Studienrichtungen aus den Bereichen Mathematik und Naturwissenschaften, Rechts-, Wirtschafts und Verwaltungswissenschaften sowie Geisteswissenschaften wählen. Zur Übersicht geht’s hier

Universität Heidelberg

Grabengasse 1, 69117 Heidelberg

Die älteste deutsche Universität wurde im 1386 gegründet und genießt seit jeher einen sehr guten Ruf. Die Cluster „Zelluläre Netzwerke“ und „Asien und Europa im globalen Kontext“ werden durch die Exzellenzinitiative gefördert. Lediglich rund 31.000 Studierende sind hier immatrikuliert. Vier Fakultäten stehen in Heidelberg mit ihren verschiedenen Studienfächern zur Auswahl. 

RWTH Aachen

Templergraben 55, 52062 Aachen

In Aachen wird sehr anwendungsbezogen geforscht. Forschungszweige sind u.a. die Entwicklung von Produktionstechniken in Hochlohnländern, die Gewinnung von Kraftstoffen aus Biomasse und die High-Speed Datenübermittlung. Der Fokus wird hier ebenfalls stark auf ein internationales Forschungsumfeld gerichtet. Die Studenten und Lehrenden kommen aus über 120 Ländern. Verschiedene Veranstaltungen stärken den internationalen Austausch.

Wenn ihr jetzt neugierig geworden seid, welche Cluster die Exzellenzinitiative an den einzelnen Standorten fördert und welche Hochschulen in Einzelprojekten gefördert werden, seht ihr hier eine Übersicht. 


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.