Mo, 21. Oktober 2019 Uhr
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PRINZ im Interview: Ingo Oschmann

Ingo Oschmann, die Stimmungskanone aus der Humorhochburg Bielefeld kommt mit seinem Live-Showprogramm: „Wunderbar -Es ist ja so!“. Wir trafen den Entertainer zu einem Gespräch!



Ingo Oschmann, die Stimmungskanone aus der ostwestfälischen Humorhochburg Bielefeld hat es endlich geschafft. Sein Live-Programm fegt über Deutschland.

Bereits 1992 trat Ingo Oschmann erstmals als Zauberkünstler auf. Damals noch auf Kindergeburtstagen, Hochzeiten oder Firmenfeiern. In den Folgejahren besuchte er Workshops in den Bereichen der Schauspielerei, Improvisation oder auch Pantomime. Sein erstes Soloprogramm entwickelte er 2000. 2003 gewann er die erste Staffel der deutschen Fernsehsendung „Star Search“.

Die Suche ist geglückt. Ingo Oschmann feiert seitdem regelmäßig eine Humorparty. Ob im Fernsehen, bei Formaten wie „Die Witzigsten Werbespots der Welt“ oder auf der Bühne, wie mit seinem aktuellen Programm „Wunderbar – es ist ja so!“. Eine Humorparty mit Pointensalven im Sekundentakt, ein Programm voller verbaler Höhepunkte und menschlichen Abgründen. Kein anderer Comedykünstler schafft den Spagat zwischen Stand up Comedy, Improvisation und feiner Zauberei so gekonnt, wie er. Seine Abende sind nie gleich, denn jedes Publikum ist anders. Dabei bleibt der Kleinkünstler immer über der Gürtellinie. Ingo gibt wie immer alles, denn alles kann, nichts muss, aber alles muss raus!

Ingo gibt auch in unserem Interview alles, denn wir haben ihn uns mal zur Seite gezogen und wollten mehr über das neue Programm, Humor und die Zauberei wissen. Was dabei herausgekommen ist, könnt ihr nun völlig unzensiert nachlesen! Wunderbar – es ist ja so:


Laut deiner Vita bist du Komiker, Entertainer, Zauberkünstler, Moderator und Schauspieler – in welcher Rolle siehst du dich am Liebsten?

Ich fühle mich in allen Rollen pudelwohl. Dadurch, dass ich in vielen Bereichen tätig bin, befruchten sich alle Bereiche gegenseitig. Ich schreibe ja auch Bücher und spiele immer noch mein Kinderprogramm. So entsteht keine Langeweile oder gar Monotonie.
 
Du hast in Deiner Frühphase sensationelle Auftritte bei einem Shopping-Kanal absolviert. Was hat Dich außer dem Geld an diesem Job gereizt? Wie viel Flaschen vom Antibeschlagmittel „Claro“ zum Sparpreis von 27,27 Mark hast Du noch im Keller? 

Hahahahaha was für ein Interview. Großartig. Ja, das stimmt. Ich habe in einem Verkaufssender zu meinen Anfangszeiten ein Antibeschlagmittel verkauft. Das war mein erster Fernsehauftritt. Das Geld war nebensächlich. Ich wollte ins Fernsehen und war dementsprechend tierisch nervös. Das Ergebnis war…ich sag mal…bemüht. Den Auftritt kann man sich auf meiner DVD anschauen. Eine sehr lustige und tolle Erfahrung. Da ich an dem Produkt nicht beteiligt war, sondern nur als „Presenter“ gebucht war, habe ich keine Fläschchen mehr im Keller. Es hat sich aber auch sehr gut verkauft. 
 
Eine deiner ersten Leidenschaften war ja auch die Zauberei. Dort hast du sicherlich auch viele Kinder zum Staunen gebracht. Wie würdest Du Deine Art zu zaubern beschreiben? Comedy-Zauberei?

Ja! Die Zauberkunst ist für mich eine tolle Sprache und ein großartiges Mittel Dinge, die mir wichtig sind zu transportieren. Ich zaubere ja auch in meinen Abendprogrammen. Da ich mich als Unterhalter sehe, steht das Lachen an vorderster Stelle. Ich möchte die Zauberkunst als modernes, unterhaltsames Stilmittel präsentieren und widerlegen das Zauberei weder Kinderkram noch verstaubt und alt ist. Die Zauberkunst ist eine gleichberechtigte Kunstform wie Musik, Malerei, Schauspiel und kann selbst Zweifler vor Begeisterung zu Standing Ovations hinreißen. 

 
Du hast Comedy ja quasi studiert und zu deinem Beruf gemacht. Woher kommt die Leidenschaft andere Menschen zum Lachen zu bringen?

Das ist meiner Kindheit geschuldet. Ich habe einen sehr lustigen Vater, der immer wieder versucht hat über Humor Schwierigkeiten zu lösen. Er hat mich gelehrt:  „Wenn Du Dich selbst und das Leben nicht so ernst nimmst, fühlt sich Dein Leben viel leichter an. Auch wenn es mal nicht so läuft, wie Du es willst.“ Das hat mir sehr geholfen. Lachen ist die schönste Form der Anerkennung und irgendwie bin ich danach süchtig. 

 
Deine Fernsehkarriere hat 2003 mir einer Casting-Show begonnen. Wie empfindest du solche Fernsehformate heute?

Ich bekomme das nicht mehr so mit, da ich kaum Fernsehen schaue. Je Älter ich werde, desto langweiliger finde ich Fernsehen. Ich geh lieber nach Draußen und fröne dem Geocaching. Mir ist die Zeit zu schade, vor der Glotze zu hängen. Star Search hat mir aber nicht geschadet. Ganz im Gegenteil. Ich habe dadurch viel Erlebt und tolle Dinge machen dürfen. Ich habe große Persönlichkeiten kennen gelernt und Freundschaften geschlossen, die bis heute halten. So etwas ist mir mittlerweile wichtiger als mein Gesicht in jede Kamera zu halten.  

 
Du bist Fan von 70er/80er-Jahre TV-Sendungen. Was fasziniert Dich daran? War früher vieles besser? Gerade auch in Bezug auf die ganzen Casting-Shows!?

Besser sicher nicht, sondern anders. Ich finde es nicht gut nur nach hinten zu blicken und den Weg nach vorne zu verlieren. Fortschritt lässt sich nun mal nicht aufhalten. Aber ich finde auch, dass man bewusster schauen sollte, was gerade heute mit uns passiert. Twitter, Facebook und auch Google haben eine irre Macht und wissen so viel über uns, aber kaum jemand hinterfragt die Methoden. Früher wurde auf der Straße oder über den Gartenzaun gequatscht, heute läuft so etwas weltweit über die entsprechenden Internetforen. Und diese Firmen sammeln jeden Schnipsel von und über uns. Was sie letztendlich damit vorhaben, weiß aber irgendwie keiner. So etwas macht mich schon stutzig. 
Jede Zeit hat Ihre Helden und Vorzüge und die 80er waren für mich eine sehr intensive Zeit, darum auch Thema in meinem Programm: „Wunderbar, es ist ja so!“ Ein Element der Show ist die Stand up Comedy und das bedeutet: Du als Publikum erkennst Dich wieder und als Künstler suchst Du eben diesen gemeinsamen Nenner. Wir haben alle in den 80ern Kassetten aufgenommen und gespannt vorm Radio gehockt, wenn die neusten Hits gespielt wurden. Heute ist Musik oder sind Fotos nicht mehr haptisch, sondern virtuell und das Radio nicht wirklich wichtig. Es dudelt im Hintergrund. Eine Schallplatte oder eine CD haben wir als Schatz mit uns herum getragen, alles Dinge, die wir uns in den 80ern mühselig besorgt haben und sie liegen heute noch im Regal. Das geht mit Dateien nicht. Mir fehlt die Wertigkeit im Alltag. Alles muss billig sein und wenn es nicht mehr gebraucht wird, wird es weggeschmissen. Das kann auf Dauer nicht gut gehen

 
Dein neues Programm heißt „Wunderbar-es ist ja so!“ Um was geht es denn? Was können deine Zuschauer erwarten?

Wie gesagt, die 80er sind Thema, aber eben auch das heutige Miteinander. Es geht um Kindheit und es geht um Wertigkeit. Aber ich stehe nicht mit erhobenen Zeigefinger auf der Bühne und schwadroniere wie schlecht die Welt geworden ist und wie schön es doch damals war. Es geht in meinem Programm primär immer noch ums Lachen. Wer aber zwischen den Zeilen lesen möchte, wird viele Gedanken entdecken die er als „Nachklapp“ mit nach Hause nehmen kann. 
Natürlich kommt die Zauberkunst nicht zu kurz. Da ich viel improvisiere, ist jeder Abend anders und nicht wiederholbar. Ich möchte, dass jeder der dieses Programm ein zweites oder drittes Mal sieht, immer noch viel Spaß hat und sich köstlich unterhält. Ohne unter die Gürtellinie zu gehen oder beleidigend zu sein. „Wunderbar“ ist ein Familienabend mit hohem Lachfaktor und Nachhaltigkeit.

 
Wer sich im Internet Videos deiner Live-Shows ansieht, bemerkt sofort, dass du das Publikum stark mit einbeziehst. Wie viel improvisierst du in deinen Shows?

Bei „Wunderbar“ sind es sicher 40 Prozent der Show. Das ist im Vergleich zu anderen Programmen sehr hoch. Der Grund ist, dass ich einen besonderen Abend generieren möchte. Einen Abend der gemeinsam mit dem Publikum unvergessen wird und das erreiche ich mit diesen „Gesprächen“. Bei mir muss auch keiner Angst haben, dass er vorgeführt wird. Gemeinsam Spaß haben. Und Lachen ohne Reue. Das sind meine Maxime!

Inwieweit hat sich der deutsche Humor in den letzten Jahrzehnten verändert? Was unterscheidet bzw. vereint die neue Humor-Generation von alten Helden wie Carrell, Loriot, Hallervorden, Kerkeling, Otto und von der Lippe? 

Ich mag keinen harten Humor. Wenn er bösartig oder beleidigend ist, schalte ich ab. Die Generation um Otto und Jürgen von der Lippe haben es verstanden ein gewisses Niveau zu halten. Nicht ohne Grund hat ein Robert Gernhardt brillante Texte für Otto geschrieben.
Diese Qualität gibt es zwar immer noch, findet sich aber nicht im Fernsehen wieder, sondern auf den Brettern die diese Welt bedeuten. Im TV ist Niveau eine Hautcreme und die besteht nur aus Fett und Wasser und hat keine Wirkung. 

Wer jetzt Lust auf Ingo Oschmann bekommen hat, kann ihn sich mit seinem Programm „Wunderbar – es ist ja so“ hier überall anschauen:

04.05.2014 – Bad Pyrmont
08.05.2014 – Recklinghausen
09.05.2014 – Duisburg
17.05.2014 – Baienfurt
25.05.2014 – Kaiserslautern
30.05.2014 – Zwickau
22.06.2014 – Gehrden
27.06.2014 – Wermelskirchen

Wer Ingo Oschmann mit seinem Programm „Hand drauf!“ oder in einer Mixshow erleben möchte, hat in Städten wie Braunschweig, Stuttgart, Leipzig oder Dresden noch sehr gute Chancen auf Tickets. Eine Übersicht aller Termine von Ingo Oschmann bekommt ihr hier!

Zudem haben wir unsere Sommer-Glücksfee beauftragt 2×2 Karten für die Show am 09.05.2014 in Duisburg zu verlosen. Hier kommt ihr zum Gewinnspiel!


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