Mo, 21. Oktober 2019 Uhr
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PRINZ im Interview: Pete Ross & The Sapphire

Das neue Album des in Mailand lebenden australischen Musikers Pete Ross ist in Zusammenarbeit mit der neuseeländischen Bassistin und Sängerin Susy Sapphire erschienen.



Offensichtlich erbte Pete Ross seinen wandernden Geist von seinem italienischen Vater, Peter Ciani, eine Popstar-Ikone der 60er Jahre. 1963 emigrierte er nach Australien und schrieb dort Geschichte, als er dort das erste australische Album mit italienischem Gesang aufnahm und weltweit via EMI veröffentlichte. Die Fusspuren seines Vaters gespiegelt, ging Pete Ross zurück nach Italien und veröffentlichte dort 2009 sein Debüt “String Suicide”Seit 2008 tourt Pete Ross in ganz Europa, den USA und Australien.

“Rollin’On Down The Lane” ist das dritte Studioalbum des in Mailand lebenden australischen Sängers und Gitarristen in Zusammenarbeit mit der neuseeländischen Bassistin und ebenfalls Sängerin Susy Sapphire. Das Album basiert auf einer düsteren und tödlichen Trilogie von Ross & Sapphire und vereint Geschichten über Unglück, Unglaube und Bedauern. Tom Waits “Jesus Gonna Be Here” und der Townes Van Zandt Song  “Rake” erfahren außerdem neue Arrangements.

Pete Ross & Susy Sapphire begannen ihre musikalische Partnerschaft im Jahr 2010, als Sapphire an Ross zweitem Album “Midnight Show” mitschrieb, welches in Los Angeles von Tommaso Colliva (Muse) produziert wurde. Auch “Midnight Show” konzentriert sich auf dunkle und manchmal skurrile Bilder. Martin Jones von Rhytms Magazine beschrieb das Album als einen psychedelischen Spaghetti-Western-Soundtrack und schuf somit die Basis für Pete Ross drittes Album “Rollin’ On Down The Lane”. Mit dem Album gehen Ross & Sapphire auch auf Promo-Tour durch Deutschland.

Wir sprachen mit Susy Sapphire über das neue Album, Inspirationen und die aktuelle Tour!

Die Band kommt ja aus den verschiedensten Ecken der Welt. Du bist aus Neuseeland, Pete aus Australien und eure beiden Musikerkollegen Gianluca DeRubertis und Andrea Rizzo aus Italien. Wie kam das Projekt Pete Ross & The Sapphire zustande?

Pete und ich haben uns in Melbourne kennengelernt, als wir dort, unabhängig voneinander, Urlaub gemacht haben. Zu dieser Zeit lebte ich in Berlin und Pete in Milan. Wir arbeiteten dann an ein paar Songs vie Skype zusammen und lernten uns mehr zu schätzen. Daraus entstand Petes Solo Akustik-Album „Midnight Slow“. Um das Album zu promoten haben wir uns Gianluca und Andrea dazugeholt. Auf der Tour entstand dann relativ schnell die Idee ein Album zusammen zu machen, bei dem wir den Live-Spirit im Studio einfangen wollten. Am Ende klang „Rollin‘ on down the lane“ dann zwar nicht so, wie wir noch 2011 klangen, aber das ist ja das magische am Songschreiben. Mit Gianluca arbeiten wir noch immer zusammen im Studio, aber wenn wir auf Tour sind, sind wir nur noch zu dritt. Wir wollten alles minimieren. Drei Instrumente, unsere Stimmen – kein Platz zum Verstecken! So müssen und können wir volle 100% liefern.

Wie würdet ihr eure Live-Show beschreiben. Was können Musikliebhaber erwarten?

Wir lieben es eine Show zu präsentieren, die sich klanglig komplett vom Studiomaterial unterscheidet. Es wäre doch langweilig dort rauszugehen und die Songs live Note um Note so zu präsentieren, wie wir sie im Studio aufgenommen haben. Ich denke das überrascht viele Zuschauer. Sie sind beeindruckt von der erschaffenden Intensität und der Energie. Pete dreht auf der Bühne auch gerne mal durch und nimmt sie ganz für sich ein – er ist ein sehr dynamischer Performer. Außerdem haben wir eine Menge Spaß auf der Bühne. Wir nehmen uns nicht zu ernst, sind also keine Hipster Band. Man könnte sagen in uns steckt ein bisschen Spaghetti Western. Viele Leute kommen oft nach einer Show zu uns und meinen, sie hätten gerade einen Live-Tarantino Film gesehen.

Euer „Rollin’ On Down The Lane“ Album hatte ein grandioses Konzept. Titel 01, Titel 06 und Titel 10 sind miteinander verknüpft und bilden sozusagen das Grundgerüst des Albums, während die anderen Songs thematisch dazu lose miteinander verbunden sind. Wo kam die Idee dieser „Trilogie“ her?  

Meine Songideen entwickeln sich durch verschiedene Quellen wie Filme, Kunst, alte Gedichte und so etwas, aber das Konzept für das Album kam uns, weil wir zu der Zeit viele dieser englischen Mystery-Krimi-Serien gesehen haben. Die Sachen passieren einfach. Ich glaube Pete hat sich irgendwann nach einer Show seine Gitarre geschnappt und drauf los gespielt während ich ihm von einem alten Arbeitskollegen, nämlich Jenna, von mir erzählt habe. Daraus entstand ein 15 Minuten Hammer-Song! Der wurde auch der erste des Albums. Allerdings wollte ich jedem auf dem Album eine Chance geben seine Sicht der Story zu erzählen und so kam uns die Idee einen zweiten Titel für den unidentifizierten Zuhörer Bobby (Song 6) und für Billy (Song 10) zu schreiben. 

Plant ihr noch mehr Projekte zusammen? Wird es noch mehr Alben geben oder wartet ihr erstmal ab wie sich das alles weiterentwickelt?

Wir arbeiten zur Zeit ziemlich hart an unserem nächsten Album. Im Mai gehen wir ins Studio sobald die Tour beendet ist! Wir lieben die Idee eines Konzeptalbums, das Neue wird allerdings keines werden. Also keine Mörder und „Nick Cave Mörder-Balladen“ Referenzen mehr. Trotzdem wird aber auch dieses Album ein wenig konzeptionell. Wir haben geplant die Songs auf dem Album ineinanderschmelzen zu lassen, also ohne Pause zwischen den Titeln. Ausserdem werden sich signifikante Musikstücke immer wieder auftauchen. Wir freuen uns da schon sehr drauf. Das Album wird in Italien aufgenommen, in einem Studio, welches nur analoges Studioequipment benutzt. Das wird also alles ziemlich old-school und eine große Herausforderung für uns. Aber wir arbeiten mit großartigen Musikern zusammen, die unsere Zukunftspläne mit ihrem Talent unterstützen.

Wo wir von großartigen Musikern sprechen. Welches sind deine musiklaischen Einflüsse?

Oh. Wir hören eine Menge verschiedene Musik. Das geht vom Klassichen, wie Nina Simone bis hin zu australischen Bands. Wenn es um die Einflüsse der Band geht, würde ich gerne Lee Haziewood & Nancy Sinatra erwähnen. Oder auch Kahvas Jute, die Soundtracks der Coen Brüder oder auch die Musik der David Lynch Filme. Also klassischer 70s Psychedelic Rock.

Pete Ross & Susy Sapphire sind hier live zu bewundern:

Samstag 03.05.14 – Aachen AZ Festival
Mittwoch 07.05.14 – Berlin Ex’n’Pop
Freitag 09.05.14 – Dortmund Subrosa


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