Mi, 16. Oktober 2019 Uhr
Prinz.de  ›  Musik  ›  PRINZ im Interview: Acht

PRINZ im Interview: Acht

Es scheint, als hätten Acht alles richtig gemacht, um ihr schwer rockendes Erstlingswerk auf Spur zu schicken. Also alle Regler auf Elf und festgehalten. Acht geben Vollgas.



Seit vielen Jahren ist er als Leadsänger mit seiner Band ACHT unterwegs. Gil Ofarim wurde vom Kinderstar zum Vollblutmusiker, verkaufte weltweit 5 Millionen Alben und konnte als Schauspieler eine Rolle in der bisher teuersten deutschen Filmproduktion „Die Sturmflut“ verbuchen. Nach der erfolgreichen Teilnahme bei „The Voice Of Germany“ 2012 hieß es aber wieder „zurück zu den Wurzeln“, die er am meisten liebt. Die Musik. 

Spätestens seit dem letzten Sommer sind die Jungs von den Musik-Festivals nicht mehr wegzudenken. Mit kraftvollem und melodischem deutschen Rock und tiefgründigen Texten begeistern ACHT ihre Fans. Authentizität als Status Quo. Kein Verbiegen, keine Kompromisse.

„Ich lebte immer mit Extremen. Doch irgendwann bemerkte ich, dass etwas nicht stimmt und fing an, mit meinem Leben aufzuräumen. Und genau davon handeln die neuen Songs,“ berichtet Gil.

Die erste Singleauskopplung „Still“ ist ein klassischer Rocker mit dem Aufruf, sich dem Leben zu stellen. Energetisch, laut, manchmal auch zärtlich und niemals aufgesetzt. Doch auch auf der Bühne wissen die Münchener gnadenlos abzuräumen. Der erste Spatenstich wurde bereits im Vorprogramm der Chartstürmer Reamonn vollzogen. Das auf Poprock konditionierte Publikum wurde dabei vollends überrockt.

„Die Leute sind super auf unsere härtere Gangart eingestiegen. Forderten sogar Zugaben. Auch die Reamonn Leute waren voll des Lobes. Aber auch die ausverkauften Auftaktkonzerte im Münchener Backstage waren der Hammer. Das Publikum kannte ja noch nicht mal die Songs,“ ergänzt Gil.

Das Album “Seid ihr dabei” erscheint am 09.05.2014Die Band klingt glücklich. Als wären Acht dort angekommen, wo sie immer sein wollten. Auch Gil Ofarim macht bei unserem Interview einen entspannten Eindruck. Wir sprachen mit ihm über die Vergangenheit, das neue Album und die Zukunft!

Gil, schon alleine durch deinen Nachnamen Ofarim wird klar, dass du musikalische Wurzeln hast – dein Vater gehört zu den bekanntesten Sängern überhaupt. Doch wenn man das Showbusiness so direkt von klein auf miterlebt, entwickelt man dann selbst auch schon als Kind den Wunsch, ebenso Sänger, bzw. Musiker zu werden oder lehnt man dieses erst mal völlig ab?

Ich hätte mir nicht vorstellen können ein Zahnarzt zu werden, nur weil mein Vater einer ist. Aber es ist schon naheliegend ein Musiker oder Künstler mit meinem Background zu werden.

In den 90er Jahren wurdest du durch die legendäre BRAVO Foto-Love Story schlagartig bekannt. Wie kam es dazu, dass du als Akteur bei dieser Foto Love Story dabei warst – hattest du dich gezielt dafür beworben?

Ein Schulfreund erzählte mir damals davon. Das war alles ziemlich easy und gutes Taschengeld gab es dabei auch. Also bin ich los zum Casting und von da an ging es auch direkt los.

In der Tat! Als die Foto Love Story in der BRAVO erschien, dauerte es ja nicht lange, ehe die Redaktion Unmengen an Fanbriefen für dich erhielt. Erinnerst du dich selbst noch daran, wie so langsam der Hype um deine Person zunahm und wie hast du das verarbeitet, bzw. realisiert?

Ich denke dass man es relativ schnell realisiert wenn man selber noch zur Schule geht und morgens in der U-Bahn plötzlich von anderen Kids umringt wird. Das war schon verrückt. Blicke sprechen Wände.

Unter dem Namen „Gil“ begann dann auch 1997 deine Karriere als Sänger. Wurdest du als Sänger auch völlig eigenständig akzeptiert oder war bei dir durch die Plattenfirma alles so vorstrukturiert, wie beispielsweise bei Boygroups, dass du gar nichts mehr eigenständig bestimmen konntest?

Vorstrukturiert war da erst nichts, denn es gab ja auch nichts Vergleichbares zu der Zeit. Schwierig wurde es nur, als ich mich weiterentwickeln wollte, das Label aber weiter das bewährte Rezept anwenden wollte. Ich bin ja nun auch nicht der Typ, der auf Nummer Sicher geht. Nummer Sicher war nie mein Ding.

Du bist nicht nur Sänger, sondern hattest auch schon als Schauspieler etliche Rollen verkörpert. Unter anderem in der Serie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ oder dem bekannten Fernseh-Zweiteiler „Die Sturmflut“. Was reizt dich an der Schauspielerei?

Die Schauspielerei reizt mich schon immer. Man kann in andere Personen eintauchen und deren Leben auf bestimmte Zeit leben. Wer will das nicht? GZSZ war damals ja nur ein Gastauftritt um meine damalige Single zu promoten. Das war nicht meine Idee. 

Während deiner Teilnahme bei „The Voice Of Germany“ wurde ständig das Image des „Teenie-Stars“ bemüht, Du wurdest in die Comeback-Ecke geschoben. Dabei hast Du die ganzen Jahre über Musik gemacht – fernab des Teenie-Images. Wie sehr stört oder ärgert es dich, dass derart kreative Phasen musikalischen Schaffens quasi „unter den Tisch gekehrt“ werden und so getan wird, als wäre zwischen dem „Teenie-Star Gil“ und dem „The Voice of Germany-Gil“ ein Vakuum gewesen?

Man muss es einfach akzeptieren. Es bringt ja nichts sich zu ärgern, das ist verschwendete Energie. Mittlerweile sehe ich darüber hinweg. Klar habe ich in der Zeit zwischen 2001 und 2012 sehr viel Musik geschrieben, produziert und bin vor allem getourt, aber ich hatte ja auch leider keine grosse Plattform, auf der ich meine Kunst der beiten Masse zeigen konnte.

Seit 2008 widmest du dich ja dem Bandprojekt „Acht“! Dein Name taucht nun offiziell so nicht mehr auf. Habt ihr bewusst vermieden, deinen Namen in den Vordergrund zu stellen und wie kam euer Bandname zustande?

Bewusst vermieden? Nein, eher nicht. Acht ist halt eine Band und nicht ein Sänger plus Backgroundband. 

Mit „Acht“ macht ihr harte Gitarrenmusik, die aber gleichzeitig sehr melodisch ist – eher Alternative Rock als Metal. Bist du mit der Band am musikalischem Ziel angelangt?

Ich denke dass man unsere Musik nicht in eine Schublade stecken kann. Ich will mich oder die Band nicht limitieren. Wir machen die Musik, die uns bewegt und um uns das zu ermöglichen, haben wir ein eigenes Label gegründet, ein eigenes Studio aufgebaut und machen alles unabhängig. lso sind wir auf einem guten Weg zum Ziel!


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.