Fr, 6. Dezember 2019 Uhr
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PRINZ im Interview: Larsito von Culcha Candela

Wer Larsito bis jetzt nur als den Einen von Culcha Candela kennt, der sollte seine Ohren spitzen. Das neue Album „Etwas Bleibt“ steht ab dem 23. Mai 2014 in den Läden.



Larsito wächst in den 80ern unweit des berüchtigten Pallas Hochhauses in Berlin-Schöneberg auf. Auf den Straßen läuft Hip Hop, Breakdance schwappt aus den Staaten herüber und Michael Jackson ist der größte Star der Welt.

Zuhause hört der kleine Lars R.Kelly, Bob Marley, Jazz und Funk. Sein Vater führt den Sohn bereits als 2-jährigen an afrokolumbianische Rhythmen heran. Larsito beginnt mit dem Percussionspiel, bevor er ein Dreikäsehoch ist. Mit sechs Jahren betritt er zum ersten Mal als Solo-Musiker die Bühne und kündigt per Drumroll seinen weiteren Weg an: er wird Percussionist – wie sein Vater. In verschiedenen Jazz und Soulbands trommelt er als junges Talent, ist mit nur acht Jahren Teil der jüngsten Jazzband Deutschlands, verbringt als Teenager ein Jahr in den USA und spielt in der Highschool Bigband. Zurück in Deutschland beginnt er unter eigener Marke Percussion-Workshops zu geben. 

Mit sechzehn vertritt Larsito zum ersten Mal seinen Vater auf dessen Konzert – ein Meilenstein für den jungen Musiker. Ab diesem Moment ist es nur noch ein kleiner Schritt und Larsito beginnt seinen ganz eigenen Weg zu gehen. Dieser führt ihn 2001 zu Culcha Candela. In den nächsten zehn Jahren schreiben der bunte Mix aus Berliner Jungs deutsche Pop-Geschichte und Larsito wiederum viele der Refrains und Melodien die ihnen dabei helfen. Mit „Hamma“ gelingt Culcha Candela 2007 der große Durchbruch. Hits wie „Ey DJ“, „Eiskalt“ und „Monsta“ folgen – alles Songs, die aus Larsitos Ideen entstanden sind. Seine Liebe zu den Percussions bleibt zwar unverwässert, doch entdeckt er eine zweite große Liebe: das Songschreiben.
Über 2,2 Millionen verkaufte Platten später entscheidet sich die Band für eine kreative Pause, doch Larsito ist voller musikalischer Ideen – und so beginnt er im Winter 2012 die ersten Zeilen für sein erstes Soloalbum zu schreiben.
Nun ist es soweit. Das fertige Werk „Etwas Bleibt“ steht ab dem 23. Mai in den Läden und zeigt Larsito von einer ganz anderen Seite. Südamerikanische Klänge gemischt mit urbanen Beats und Melodien. Das Konzept steht: Larsito nimmt uns mit auf eine Reise!

Wir wollten mehr über das Album und den Entstehungsprozess wissen und trafen Larsito auf ein Gespräch:

Deine Leidenschaft liegt im Schlagzeug spielen.  Du hast bereits in frühen Jahren in vielen Jazzbands getrommelt. Wie bist du dann zu Culcha Candela gekommen?
Ich habe sogar sehr früh damit angefangen. Das erste Foto von mir hinter Trommeln entstand, da konnte ich noch nicht einmal laufen. Mein Vater hat mich dann auch immer angeführt – er hat mich nie gedrückt – aber es war schon früh klar, das ich in Richtung Musik etwas machen muss. Musik war immer der größte Teil meines Lebens. Ich bin dann irgendwann als Trommler zu Culcha Candela gekommen, habe dort meinen Part an den Live-Percussions gehabt und so.

Aus deiner Feder stammen viele Culcha Candela – Klassiker wie „Ey DJ“, „Eiskalt“ oder auch „Monsta“. Hast du direkt bei Culcha gemerkt, das du auch ein talentierter Songwriter und Komponist bist oder hast du auch vorher schon Songs geschrieben und dich dann nur etabliert?
Man könnte sagen ich habe aus der Not heraus Songs geschrieben, weil das Trommeln mir nicht mehr ausgereicht hat. Es wurden bei Culcha immer mehr Songs und ich wollte nicht bei jedem Song nur trommeln. Als die erste Erfolgswelle kam, wollte auch ich mehr. Gott sei dank – ich weiß nicht ob ich diese Seite an mir auch ohne Culcha entdeckt hätte.

Wie kam die Idee zustande dich von Kameras auf deiner Reise zu deinen Wurzeln begleiten zu lassen?
Das Album ist eine Konsequenz aus meinem Leben und aus meinem musikalischen Background. Dazu gehört nicht nur latein-amerikanische Musik sondern auch R&B, Soul, HipHop…! Mein Vater kommt von der Karibikküste, aus einem kleinen Fischerdorf. Gerade die Musik von der Karibküste hat mich am meisten beeinflusst. Viele Rhythmen, die man hier nicht kennt aber in meinem Blut fließen. Ich wollte alle meine Einflüsse auf ein Werk packen. Also habe ich meine Taschen gepackt und bin mit meinem Team rübergeflogen. Wir wollten dort den Entstehungsprozess der Musik dokumentieren.

Du hast auf deiner Platte ein paar tolle Gastmusiker. Amadito, der Percussionist des Buena Vista Social Clubs spielt auf deinem Album. Wie ist es dazu gekommen?
So wie es jetzt passiert ist, so sollte es auch passieren. Ich habe mir dazu gar nicht so viele Gedanken gemacht, es hat sich alles einfach richtig angefühlt. Ich hatte bestimmte Ideen und Visionen im Kopf, die ich einfach nur umgesetzt habe. Wir kamen dann mit einem Gerüst an Musik und Rhythmen in Kolumbien an und Amadito, zum Beispiel, hat dem Ganzen dann nochmal ein besonderes Gewürz gegeben. Der Rhythmus war ja für die Musiker vor Ort nicht neu. Die Harmonien waren das, was Besonders war. Es hat denen auch deutlich Spaß gemacht. Viele haben auch das erste mal frei gearbeitet. Wir haben ihnen keine Noten gegeben. Das sind Synergien, die kann man nicht planen. Da sind ganz einfach Sachen entstanden, die waren unglaublich!

Die Reise nach Kolumbien, die Albenaufnahmen – das war doch sicherlich auch eine sehr spirituelle Reise zu deinen Wurzeln oder? Ich hab da von einer Begegnung mit einer alten Freundin deines Vaters gelesen, die du zufällig wiedergetroffen hast …
Ja, das war schon ziemlich cool. Toto La Mompesina ist eine Legende in Kolumbien. Sie war damals auch mit meinem Vater unterwegs und hat viel Musik mit ihm gemacht. Mir ist sie einfach über den Weg gelaufen. Als ich ihr erzählt habe wessen Sohn ich bin, hat sie mich sofort in den Arm geschlossen und wir haben lange erzählt  über die Familie, über Musik und so. Sie hat dann zugestimmt auf „Unter diesen Wolken“ zu singen.

Dein Vater ist auch auf dem Album zu hören! Das macht dein erstes Soloprojekt gleich zu deinem persönlichstem!
Ich habe immer schon mit meinem Vater Musik gemacht, auch mit ihm zusammen gespielt. Für mich war klar: Einen Song muss ich auch mit meinem Vater machen. Ich hatte relativ schnell eine Melodie und war der Meinung das ein spanischer Text darauf passen würde. Natürlich bin ich mit der Idee zu meinem Vater gegangen und er hat dann mit mir zusammen den Text geschrieben. Das ist einfach passiert. Er ist der Grund warum ich Musik mache und ich wollte etwas zurückgeben.

Etwas Bleibt – Was soll nach dem Hören deines Albums bleiben?
Der Rhythmus. Rhythmus ist für mich das Größte was es gibt und wenn man sich dazu noch bewegen muss, dann ist es das schönste Gefühl was es gibt. 

Im Oktober ist Larsito live unterwegs:

Mittwoch 08.10.2014 – München Ampere
Donnerstag 09.10.2014 – Köln Bahnhof Ehrenfeld
Freitag 10.10.2014 – Berlin Frannz Club
Samstag 11.10.2014 – Hamburg Knust

Infos und Tickets zu den Shows bekommt ihr hier!


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