Mo, 14. Oktober 2019 Uhr
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PRINZ im Interview: Bülent Ceylan

Mit langen, wehenden Haaren steht er wie ein Fels in der tosenden Brandung seiner begeisterten Fans. Das macht Bülent seit Jahren zu einem echten Haardrock-Idol.



Ganz oben auf dem Comedy-Olymp, weiß Bülent Ceylan, wie er die Zuschauer begeistern kann, er weiß, wie er ihre Zwerchfelle am besten durch massiert und genau darauf dürfen wir uns jetzt alle wieder freuen, wenn er mit seinem neuen Programm „HAARDROCK“ wieder auf Tour kommt.

Da wo er bei den „Wilden Kreatürken“ aufgehört hat, macht er jetzt weiter mit seinen massenhypnotischen Fähigkeiten, seiner genialen Spontanität und den verrückten Ideen und Gags. Zur Unterstützung bringt Bülent natürlich wieder altbekannte Freunde mit. Harald, den Original Mannheimer Naseweisen; Hasan, der türkische Testosteron-Vollpfosten oder auch Mompfreed, der Hausmeister.

Warum der Abend dann mit dem Erscheinen des unbesiegbaren und ewig lebenden Ceylander beginnt, was Bülent den Spitznamen „Türkochonder“ eingebracht hat und warum manche Geschichten „Long Long Hair“ sind, erfahren wir alles im „Haardrock“!

Bülent stellt mal wieder alles auf den Kopf. Trotz aller ernsthafter Absichten bleibt der Lachzwang immer noch sein Lieblingszwang. Doch Bülent kann auch ernst – so auch in unserem Interview. Wir wollten etwas mehr über den Werdegang des Haardrockers, über die Entwicklung des Witzes an sich und natürlich ein paar Neuigkeiten zum aktuellen Programm erfahren. Also haben wir uns Bülent zur Seite gezogen und fernab vom Comedy-Trubel mit ihm gesprochen:

Ich habe in einem Interview von dir gelesen, das du schon immer Comedian werden wolltest. Aber dein Erfolg war ja nicht unbedingt vorhersehbar. Du hast damals noch studiert und das Studium dann wegen der Karriere abgebrochen. Aber das war ja trotzdem riskant. Was war der Auslöser, dass du gesagt hast: Okay, ich schmeiß das jetzt hin und setze voll auf diese prekäre Kleinkunst? 
Während des Studiums habe ich damals auf der Kulturbörse Freiburg gespielt. Dort sind immer viele Veranstalter zu Gange und als ich dort gespielt habe, ging das alles durch die Decke und alle wollten mich buchen. Und da stand ich dann vor der Entscheidung: Entweder Oder! Ich wollte das natürlich nutzen und mich auf die Comedy konzentrieren. Selbst meine Dozenten an der Uni haben damals schon gesagt: „Mensch Bülent, warum machst du nicht das was dir auch Spaß macht!“ Ich hab ja schon auf Studienfahrten den Kasper gemacht und als die das gesehen haben, stand der Comedian-Werdegang für meine Studienleute schon fest.

Wenn du deinen Durchbruch nicht geschafft hättest, was glaubst Du würdest du jetzt für einen Beruf haben?
Ich wollte Sonderpädagogik studieren und mit behinderten und lernschwachen Kindern arbeiten. Das war so mein Ziel damals. Wenn das mit der Comedy nicht geklappt hätte, wäre ich jetzt vielleicht Lehrer. Ich habe aber ungefähr 10 Jahre gebraucht um meinen Durchbruch zu schaffen – ich war also geduldig, gerade weil ich immer wollte in der Comedy-Richtung arbeiten wollte. Ich hab immer gefühlt, das ich das schaffen kann. Die Leute, dich anfangs gerockt hab, auch wenn es nur 50 Mann waren, haben immer gesagt ich soll das weitermachen. Also bin ich dabei geblieben und nun sieh mich an was aus mir geworden ist (lacht).

Wenn man dich so sieht und nichts weiß von dir und deiner Arbeit, dann sieht man vor allem: Muckis, schicke Frisur und immer kurzärmeliges, figurbetontes T-Shirt. Da fragt man sich: Gehst du eigentlich gern ins Fitnessstudio oder machst du das, um das entsprechende Klischee zu bedienen?
Ich gehe im Moment sehr gerne schwimmen und mache die Fitness für mich selber. Ich will also kein Klischee bedienen oder erfüllen. Das kommt alles auch noch ein bisschen von meiner Schulzeit. Ich hatte Sport-Leistungskurs und habe viel Leichtathletik gemacht. Wenn ich jetzt also 20 Minuten im Studio pumpe, sehe ich aus wie ein Bär. Nach der Show ist das aber meist gleich wieder weg.

Apropos Show – dein neues Programm heißt „Haardrock“ – du sagst selbst, es wird persönlicher als die Vorgängerprogramme – es gibt also mehr Bülent auf der Bühne?
Es gibt auf jeden Fall mehr Bülent. Ich habe meine Figuren auf die beliebtesten reduziert. Das wirkt dann alles authentischer. Ich kann als Bülent mehr improvisieren und hab mich mittlerweile auch gefunden auf der Bühne.  Ganz früher, als ich angefangen hab, habe ich nur Figuren gespielt und den Bülent am Ende der Show kurz „Tschüss“ sagen lassen. Bis immer mehr Leute gesagt haben, das ich als Typ an sich doch schon Typ genug bin. Nur wusste ich nicht, was ich denn als Bülent erzählen soll! Ich wusste nicht wie ich auf der Bühne stehen soll, wo ich meine Hände habe und so. Da macht man sich echt Gedanken! Spiel dich mal selber – das war echt schwierig für mich herauszufinden wie das alles wirken soll. Mittlerweile gehe ich aber lieber als Bülent auf die Bühne als in den Figuren.

Wo sind für dich die Grenzen bei den Figuren in deinen Shows? Worüber würdest Du nie Witze machen?
Grenzen für mich sind zum Beispiel Witze über Kinder oder behinderte Menschen oder Krankheiten oder so etwas. Da kann ich persönlich auch nicht drüber lache. Man hat ja auch eine gewisse Erziehung genossen und für mich gehört sich das einfach nicht. Auf der anderen Seite bin ich ja auch oft mal etwas obszöner, aber ich relativiere das gleich wieder, indem ich das dann kindgerecht umschreibe und somit den Bogen kriege. Ich will ja mein Programm auch kindergerecht präsentieren. Manchmal gelingt das nicht so ganz, aber das Programm ist ja auch erst ab 12!

Wie hat sich denn in den Jahren dein Witz verändert? Musst du mehr Rücksicht auf bestimmte Sachen nehmen?Ich bin ja jetzt auch schon ungefähr 16 Jahre dabei. Als ich damals zum Beispiel den Papst Johannes Paul imitiert habe, war das für viele schon ziemlich extrem. Hitlerwitze sind auch nicht mehr so schlimm wie vor 10 Jahren. Heutzutage kommt es eben mehr darauf an, dass der Komiker da vorne nicht so viel rumblödelt. Ich merke das an meinem Programm. Wenn ich zwischendurch mal ernstere Statements loswerde, findet das viel mehr Anklang. Die Zuschauer wollen oft auch deine eigene Meinung zu den Geschichten, die du auf der Bühne erzählst, hören. Meine Zuschauer wollen auch wissen, ob sie über den Menschen Bülent lachen können. Comedians zeigen heutzutage oft eine eigene Haltung und vertreten eigene Grundsätze und das wollen die Zuschauer auch!

Wie Mario Barth hast du ja bereits ein Stadion gefüllt. Du hattest also bereits deinen „Michael Jackson Moment“. Hast du jetzt noch ein nächstes großes Ziel? Da soll Bülent in ein paar Jahren stehen?
Ich möchte einfach Leute zum lachen bringen. Ich hab noch viele Ideen und Pläne. Auch in Richtung Kino. Ich will aber auch junge Talente fördern – also richtige Newcomer. Das passt halt alles zu mir. Ich muss niemandem mehr etwas beweisen. Trotzdem sind da noch einige Projekte, die ich angehen möchte.  Ich hab noch einiges vor!

Wer jetzt Lust auf Bülents neues Programm „Haardrock“ bekommen hat, kann ihn sich unter anderem hier live anschauen:

Donnerstag 29.05.2014 – Bielefeld Seidensticker Halle
Freitag 30.05.2014 – Essen Grugahalle
Samstag 31.05.2014 – Düsseldorf Mitsubishi Electric Halle
Freitag-Sonntag 25.-27.07.2014 – Mannheim Barockschloss Mannheim
Freitag-Sonntag 22.-24.08.2014 – Mainz Phönix-Halle
Samstag 06.09.2014 – Dresden Messe
Sonntag 05.10.2014 – Stuttgart Hanns-Martin-Schleyer-Halle
Sonntag 12.10.2014 – Berlin Max-Schmeling-Halle
Freitag 17.10.2014 – Bremen ÖVB Arena
Samstag 18.10.2014 – Hamburg o2 World Hamburg
Freitag 05.12.2104 – Magdeburg GETEC Arena
Freitag 16.01.2015 – Leipzig Arena Leipzig
Freitag 23.01.2015 – Hannover Swiss Life Hall
Sonntag 25.01.2015 – Köln LANXESS arena
Samstag 21.02.2015 – Frankfurt Fraport Arena 

Alle Termine und detaillierte Infos zu den Tickets findet ihr hier!

Für den Termin am 12.10.2014 in der Max-Schmeling-Halle in Berlin verlosen wir 3×2 Freikarten! Also fix zuschlagen und hier klicken!


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