Zuerst führte mich mein Weg in die Backfabrik, wo erstmals die französische Lingerie-Messe Boudoir stattfindet. Der erste Blick fällt neben der frivolen Einrichtung mit einigen Betten auf die kleinen hübschen Barbies, die zu ihrem 50.Geburtstag von zahlreichen Designern ganz besonders aufgerüscht wurden. Eine tolle Geschenkidee entdeckten wir auch. Nein, keine neuen Schlüpfer von Wundervoll oder Blush, wobei die natürlich auch geradezu verführerisch blinzelten. Die Massagekerze von A World of Oils weckte unsere Phantasie…

Der nächste Shuttle fuhr uns ins Ellington Hotel zur LAC ET MEL-Show. Da besagte mit ziemlicher Verspätung startete, stand uns schon beim Warten heißer Schweiß auf der Stirn. Später konnte man sich einige von „Heidi’s Mädchen“ anschauen, ob im Publikum sitzend oder tatsächlich als Models agierend.
Die Show auf dem innovativen Laufsteg war nach einer kleinen Musikpanne ganz annehmlich. Designer Gregor Clemens mixte in seiner Frühjahr/Sommer-Kollektion recht bunt durcheinander: flieder zu rosé, zartrosa zu gelb, es gab fließende Stoffe in knalligen Farben wie pastellige Tunikakleider. Alles sehr weiblich und ganz passabel.

Jetzt aber zum Hype des Jahres: der Bread&Butter am Flughafen Tempelhof. Nach einer Passkontrolle, die tatsächlich wie am Flughafen organisiert ist, kann man über das riesige, knallevolle Areal nur staunen. „So hektisch wie in Barcelona ist’s gerade nicht, oda?“, fragt ein Schweizer hinter mir gerade seinen Kollegen.
Nun, diese Hektik reicht gewissermaßen erstmal aus. Bei Adidas Originals, die unerwarteter Weise in der Denim Base ihr Lager aufgeschlagen haben, dürfen wir einen Blicke auf die neueste Kollektion werfen. So viel sei verraten: die Eighties sind still alive! Bemerkenswerter Andrang. „Es ist der Wahnsinn hier. Das ist internationaler als eh und je“, erklärt man uns bei adidas.
Auch am Hüftgold-Stand schlägt uns Wohlwollen gegenüber der Messe entgegen. „Berlin braucht diese Messe. Jetzt ist auch das internationale Publikum einfach wieder da,“ erklärt uns Martin von Hüftgold. Wenn man schon eine höhere fünfstellige Summe für einen Stand zahlt, dann muss das aber auch so sein.
Im G-Star Raw-Zelt steigt eine Fashion Show, die zwar hübsch interpretierte Denim-Wear zeigt, aber eben auch nicht weltbewegend daher kommt. Zu Pianoklängen laufen erst die Mädchen im eleganten kleinen Schwarzen, zu lauten Disco-Songs wird dann der Laufsteg auch mal Staccato durchquert. In Hotpants, Bermudas, tief im Schritt sitzenden Hosen oder Karohemden.
Draußen hat’s geregnet. Und eine Brise kühlt uns den modeerhitzten Kopf.

Zeit für Entspannung. Auf ins Radialsystem zur Präsentation der neuen Scholl Footwear. Eine aussergewöhnliche Choreographie ward uns auf der Einladung versprochen. Und das war sie auch. Die Models konnte man nämlich nur bis zum Knie sehen. Durch einen Schlitz in der Wand gewissermaßen. Witzig. Und sehr pointiert. Vor allem, wenn die Beinchen in den hübschen Schuhen tanzten. Dazu gemütlich in der Lounge auf der Terrasse sitzen. Die ehemaligen Gesundheitslatschen können mittlerweile mehr, als einfach nur bequem sein. Ja, sie sind sexy, diese Scholl-Pumps und ich freue mich darauf, mir nächstes Jahr auch ein Paar holen zu können.

Die Chill-Out-Atmosphäre wollten wir uns heute dann auch nicht mehr versauen lassen. Auf der Dachterrasse wurde das Lounge-Konzept in ein pinkes Gewand gehüllt – bei der Evian Nuit Rosée. In einer lauen Sommernacht Berlin von oben sehen, das lässt den ersten Tag der Fashion Week perfekt harmonisch ausklingen. Es floss natürlich nicht nur Wasser…

Und ob sich das tolle Bread&Butter-International-Gefühl, das uns heute auf der Messe allernorts begegnete, auch am Bebelplatz und bei anderen Messen bemerkbar macht, das schaue ich mir morgen mal an.