Fitzgeralds bekanntestes Werk erschien 1925 und verkaufte sich rund 20 000 Mal. Knapp ein Jahr später war es kommerziell tot. Das Buch sei zu dünn und gar kein richtiger Roman, hieß es damals. Erst viele Jahre später wurde deutlich, wie treffend Fitzgerald den amerikanischen Traum ad absurdum führte. Der märchenhaft reiche Gatsby, der mit pompösen Partys seine große Liebe Daisy zurückgewinnen möchte und stattdessen Horden von zwielichtigen Gestalten anlockt, rührt einfach zu Tränen. Bei alledem ist Fitzgeralds größter Kunstgriff, die poetische Verdichtung, für uns heute ein Riesenglück: Man liest ein schmales Buch – und fühlt sich unendlich bereichert.