Starstyling war heute morgen um 10 Uhr. Gerne hätte ich mir angesehen, was das ein klitzeklein wenig verrückte Berliner Label über den Laufsteg schickt, aber leider bin ich so gar nicht aus dem Bett gekommen…

Dafür war ich bei der Show „Sweet Surrender“ von Sabrina Dehoff um 12 Uhr. Bei der Schmuckdesignerin aus Berlin liegt das Augenmerk – klar – auf den Accessoires. Ich lerne: Die eher peinlich gewordene, höchstens von Touristen getragene Gürteltasche kann, wenn von Dehoff entworfen, ein Outfit durchaus aufwerten. Leichter Federschmuck, Schleifen und Kordelketten dienen der Zierde. Die Kleider haben himmelblauem Wolkendruck, Blumenprint und das wiederkehrende Motiv – den Flamingo. Selbst Er trägt Herzchen auf seiner Jeans. Mode, wie sie femininer fast nicht sein kann.

Es folgt die Bebelplatz-Show, auf die ich mich am meisten gefreut habe: Kaviar Gauche. Alexandra Fischer-Röhler und Johanna Kühl zeigen vor allem das, was sie einfach am allerbesten können: wunderschöne Kleider, in denen man auf jedem Roten Teppich punktet und in denen man aber genauso gut vor den Traualtar treten kann. Passend dazu röhrten Rammstein „Heirate mich“ und vorher „Engel“. Als Einstimmung gab es Serge Gainsbourgs „Je t‘ aime“. Tolle Musikauswahl! Weil ich diese Kleider so bezaubernd finde, dass sie auch für mich, gesetzt den Falles einer Heirat, mein absoluter Favorit wären, gibt es ein paar mehr Bilder als üblich in der Bildergalerie zu gucken.
Ach ja: Boris und seine Lilly waren – wie im Januar -auch wieder Erste-Reihe-Gäste. Daneben saß Celia Gräfin von Bismarck.

Von dem Berliner Label Scherer González bin ich gewohnt, rauschende Roben auf dem Laufsteg zu sehen. Dazu außergewöhnlichen Haar- und/oder Fußschmuck. Die großen Roben gab es diesmal auch, aufwendigst bestickt, mit Riesenreif und wunderschön luxuriös. Allerdings nur drei davon am Schluss, welche die Models diesmal auch mit Bravour meisterten. Auch auf außergewöhnlichen Schmuck müssen wir nicht verzichten: die Models tragen ein gewaltiges Kristall-Hirschgeweih mit Kristalltropfen dran.
Auf dem Laufsteg wird Luxus pur erlebbar. Nahezu alle Teile sind aus Seide, gedeckte Farben wie Elfenbein und ein zartes Rosé dominieren. Topmodel Sara Nuru zeigt wiederholt gekonnt, dass sie des Titels Model würdig ist, ihre Ausstrahlung auf dem Laufsteg beeindruckt.
Nach dieser Show gehts nach Hause, es gibt ja schließlich zu berichten.

Résumée: die Fashion Week Frühling/Sommer 2010
Dass Berlin durch die Bread & Butter internationaler wird, sich bald mit Paris und Mailand messen kann, davon war vorher ständig die Rede. Die Internationalität war auf der Bread & Butter tatsächlich deutlich spürbar. Diese Messe hat gehalten, was sie versprochen hat, auch wenn vorher alles leicht größenwahnsinnig erschien. Vor Ort konnte man sich des Eindrucks einfach nicht erwehren, dass da Großartiges geleistet wurde.
Am Bebelplatz konnte ich nicht so wirklich internationaleres Publikum als sonst ausmachen. Toll war natürlich, dass Suzy Menkes vorbeigeschaut hat. Vielleicht bringt sie ja Anna Wintour das nächste Mal mit. Und dass Adrien Brody und Sienna Miller Stargäste bei Boss Orange waren, darf auch erwähnt werden (auch wenn ich die Show ja leider nicht gesehen habe). Und Diane Kruger Anja Gockel beehrt hat. Ansonsten kein wahnsinnig prestigeträchtiges Modepublikum. Meine Platzierungen sind allerdings, obwohl mein Grad an Wichtigkeit nun wohl eher gleich geblieben ist, doch schlechter geworden. Könnte natürlich schon daran liegen, dass diesmal auf jeden Fall mehr wichtige Gäste da waren, halt eben (noch) nicht so wirklich auf Hollywood-Niveau. Aber: wer braucht schon Hollywood? Berlin bleibt eben einfach Berlin. Und ist nicht Paris. Und soll es auch gar nicht sein.
Und die Sommertrends 2010, die mir häufiger auf dem Laufsteg begegnet sind?
Häufig gesehen habe ich für Sie Bandeaus und Corsagen sowie Overalls und wallende Kleider in allen Variationen. Bei den Hosen geht es weiterhin Slim zu, aber auch die Boyfriend bleibt uns wohl noch etwas erhalten. Mit Gold, Silber, Glitzer und typischem 20er-Jahre-Glamour ist Sie nächstes Jahr bestens beraten. Er trägt Bermudas, dazu Blazer mit ausgefallenem Detail und – typisch Berlin – ein sportliches Shirt mit Kapuze und/oder grafischem Print. Voilà.

Ich bedanke mich für’s Lesen und verabschiede mich hiermit. Salut.