Nicht dass es besonders außergewöhnlich wäre, wenn eine britische Band nach zwei Singles mit ihrem Debütalbum von null auf eins in den UK-Charts schnellt. Oder wenn zwei Schulfreunde aus dem trostlosen Reading zusammen mit einem schwedischen Bassisten und Ex-Armee-Feuerwehrmann eine Band gründen. Dennoch bezeichnen The Hoosiers ihre Musik als „odd pop“ – merkwürdigen Pop. Vielleicht, weil sie sich mit beeindruckender Unbekümmertheit aus dem großen ABC der Merkwürdigkeiten der Musikgeschichte von Art-Pop und Falsettgesang über New-Wave- Nervosität bis hin zu zauberhaften Folk-Balladen bedienen. „Es ist egal, welche Art von Musik du machst. Solange ein Song eine gute Melodie hat, ist es Pop“, meint Bassist Martin. Pop, der im Fall von The Hoosiers sogar über das Leben philosophiert. Nicht nur merk-, sondern auch denkwürdig.
Stefan Weber