Nicht ganz ernst gemeinte, dafür aber umso witzigere Benimmratschläge für den Alltag und die Fettnäpfchen, in die man treten kann. „Kesslers Knigge“ zeigt’s.

Herr Kessler, wie gut beherrschen Sie die echten Knigge-Regeln?
Ganz gut, denke ich. Das Meiste löst man aber eh mit ein bisschen Freundlichkeit, Respekt und Gemeinschaftssinn. Wir sind alle nicht allein auf dieser Welt.

Sind die Knigge-Regeln heutzutage noch zeitgemäß?
Absolut. Der tägliche Umgang wird doch immer ruppiger, unfreundlicher und egozentrischer. Da hilft ein Blick in den unverstaubten Knigge.

Wie viel echter Knigge steckt in „Kesslers Knigge“?
Eigentlich keiner. Wir haben nach den größten und verrücktesten Fettnäpfen gesucht, in die man treten kann. Schadenfreude ist eben die schönste Freude.

Was genau ist „Kniggedy“?
Der Begriff „Comedy“ ist in Deutschland überstrapaziert. Wir verzichten auf Sketche und liefern nur noch Pointen im Sekundentakt. „Kniggedy“ bedeutet: endlich neue, andere Comedy im deutschen TV!

Warum haben Sie in „Kesslers Knigge“ bewusst auf Bärte, Bauch und Brillen verzichtet?
Weil ich das viel zu oft gesehen habe und nicht mehr komisch finde. Wir zeigen extreme Fettnäpfe in realen Situationen, real gespielt in realen Masken und Kostümen. Weniger ist auch in der Comedy manchmal mehr.

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Gibt es Dinge aus „Kesslers Knigge“, die Ihnen in irgendeiner Weise im wahren Leben tatsächlich passiert sind beziehungsweise die Sie bei anderen beobachtet haben?
Nicht wirklich. Wir geben ordentlich Gas, weil die Realität schon so absurd ist. Wir haben uns doch schon daran gewöhnt, dass im Theater das Handy klingelt und die Leute auch noch rangehen. Da mussten wir einige Schritte weiter gehen.

Sie fungieren bei „Kesslers Knigge“ oder bei „Switch Reloaded“ auch als Autor. Wie und wo schreibt Michael Kessler seine Gags?
Zu Hause in absoluter Ruhe am Schreibtisch oder auf dem Sofa, an einem Laptop.

Wenn Sie auf der Straße erkannt werden, sind Sie für die meisten Leute eher der „Hitler-Stromberg“, der „Typ aus Switch Reloaded“ oder dann doch Michael Kessler?
Es fächert sich auf in „Klausi“, „Kloeppel“ und „Hitler“ – manchmal bin ich aber auch der vom „Quiztaxi“ oder „Ralf Schmitz“ aus der Schillerstraße.

Gibt es heutzutage noch Sachen, die Sie sich selber gerne im TV anschauen?
Ich bleibe sehr gerne an gutgemachten Dokus hängen. Ansonsten nutze ich den Fernseher sehr gerne zur Betrachtung werbefreier und toller DVDs.

Vielen Dank für das Gespräch.

Interview: André Depcke

Video-Tipp: „Kesslers Knigge“-Trailer