Murmelgroße Luftbläschen kullern an unseren Kunststoffkuppeln vorbei. Erst einzeln, dann wie eine brodelnde Lawine, die oberhalb der Luke zu einer kreisenden Gischt zusammenstrudelt. Wir sinken. Mit jeder Sekunde verschwimmt das Blau des Himmels mehr zu einer grünbraunen Plörre, bis wir in sechs Metern Tiefe Halt machen. „Heute sieht man leider nicht viel“, ruft mir Kapitän Michael Schmelter zu. „Die beste Sicht hat man im September. Da ist das Wasser kühler und klarer.“ Einige rosafarbene Baby-Quallen kreuzen dann doch den Weg seines selbst konstruierten Zwei-Mann-Tauchboots. Immerhin. Aber auch wenn das optische Aha-Erlebnis heute leider ausbleibt, lasse ich mir den Spaß am der Unterwasser- Taxifahrt nicht verderben. Immer wieder tauchen wir auf und ab, spielen Verstecken mit den neugierigen Zuschauern am Ufer und lauschen dem gedämpften Rumpeln der Schiffe über uns. Gern würde ich jetzt jemanden anrufen und prahlen: „Ich sitze gerade auf dem Meeresgrund. Und was machst du so?“ Doch mit einem Handy hat man unter Wasser eben keinen Empfang.

Sascha König