Die von den Banken verursachte Finanzkrise hat Millionen um ihr Erspartes gebracht. Aber es gibt Menschen, die sind noch ärmer dran – die leben nämlich in den Ländern, in den die Banken ihre Gelder „arbeiten lassen“. Es ist zwar eine Binsenwahrheit, dass nicht Geld arbeitet, sondern Menschen, aber wie genau funktioniert eigentlich das globale Finanzsystem und welche Auswirkungen hat es auf die sogenannten „Emerging Markets“, die hierzulande so gern als Anlagetipp gehandelt werden? Der österreichische Dokumentarfilmer Erwin Wagenhofer („We Feed the World“) hat zusammen mit seiner Assistentin Lisa Ganser drei Jahre lang recherchiert. Herausgekommen ist ein Film, der auf erschreckende Weise deutlich macht, welche Auswirkungen es hat, wenn wir Banken, Pensionskassen und Versicherungen unser Geld anvertrauen, damit wir später von den Dividenden mal unseren „ruhigen Lebensabend“ genießen können. Ruhigen Schlaf gönnt einem „Let’s Make Money“ allerdings nicht: Ohne Off-Kommentare begleitet er Manager und Unternehmer rund um die Welt, Global Player im Spiel um den maximalen Profit. So wird Kapitel für Kapitel deutlich, wie der neoliberale Hase läuft: Man pumpe ein armes Land mit Weltbankkrediten voll – und wenn das Land dann nicht zahlen kann, dann wird es gezwungen, seine Infrastruktur zu privatisieren und Unternehmen aus der alten Welt hereinzubitten. Natürlich fast steuerfrei. Für die Gastgeber – wie etwa Ghana, eines der wichtigsten Goldförderländer der Welt – bleiben am Ende nur mickrige 3% der Erträge. Wer wissen will, warum auch die beiden Golfkriege ganz logische Züge in diesem „Spiel“ waren, der sollte sich diese Doku ansehen. Der Kapitalismus lebt! Und wir leben bestens mit…
Michael Schömburg
Let’s make MONEY – offizieller Trailer zum Film