Was der neugierige Nachbar nicht weiß: Das, was sich da hinter dem Fenster gegenüber abspielt, ist kein Schattenboxen, keine wilde Schmeißfliegenjagd und kein Aerobic für Grobmotoriker. Es ist Wii. Nintendo schaute dem leistungssteigernden Wettrüsten der Mitbewerber entspannt zu und konzentrierte sich bei der Entwicklung seiner eigenen Next-Generation-Konsole auf das Wesentliche: den Spaß am Spielen. Heraus kam Innovation. Herzstück des Erfolgs ist das duale, drahtlose Controllersystem, das sich grundlegend vom dem der Konkurrenz unterscheidet. Die so genannte Wii- Remote (links unten) ist ein wahrer
Verwandlungskünstler: Die Bewegungen, die man mit diesem Steuerstab ausführt, werden über ein Sensorsystem präzise auf den Spielverlauf übertragen. So kommt die Remote beispielsweise als Schwert, Tennisschläger, Lenkrad oder Neuner-Eisen zum Einsatz. Und will unter teils schweißtreibendem Körpereinsatz auch genau so geführt werden. In Kombination mit der zusätzlichen analogen Steuerungseinheit (Nunchuk), die man bei manchen Spielen mit der zweiten Hand bedient, eröffnen sich für Software-Hersteller ungeahnte Möglichkeiten. Bei so viel Spielfreude lässt sich die technisch bedingte, vergleichsweise schlichte Grafik leicht verschmerzen.

Sascha König