Der Boom der Beauty-Medizin hat auch Schattenseiten: Mit der Zahl der ästhetischen OPs steigt die Zahl der verpfuschten Eingriffe: „Immer mehr Patienten benötigen nach misslungenen Operationen Korrekturen“, warnt etwa die Deutsche Gesellschaft fürÄsthetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC). Umso wichtiger, dass Sie genau auswählen, wen Sie für Ihr besseres Aussehen bezahlen. Der PRINZ-Check-up hilft bei der Wahl des richtigen Arztes: Wenden Sie sich an seriöse Fachgesellschaften wie die DGÄPC oder die Deutsche Stiftung für Gesundheitsinformation (Adressen rechts), und lassen Sie sich eine Liste von Spezialisten schicken. Der Begriff Schönheitschirurg oder ästhetischer Chirurg ist nicht geschützt. Jeder Arzt kann ihn unabhängig von seiner Ausbildung tragen. Geschützte Bezeichnungen sind Facharzt für plastische Chirurgie sowie Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie. Hals-Nasen-OhrenÄrzte und Mund-Kiefer-Gesichts- Chirurgen mit der Zusatzbezeichnung plastische Operationen sind für spezielle ästhetische Gesichtskorrekturen oftmals ebenso qualifiziert.

Eine Facharztausbildung allein garantiert noch kein gutes Ergebnis. Auch ohne Zusatzqualifikationen können erfahrene Ärzte hervorragende Arbeit leisten. Ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt, der seit fünfzehn Jahren mehrere ästhetische Nasen-OPs pro Woche durchführt und sich fachlich weitergebildet hat, ist eine bessere Anlaufstelle als ein plastischer Chirurg, der hauptsächlich in der Unfallchirurgie praktiziert. Haben Sie keine Hemmungen, einen Arzt nach seiner Ausbildung und seiner Erfahrung, speziell beim gewünschten Eingriff, zu fragen. Notieren Sie sich schon vor dem Gespräch alle Ihre Fragen. Verlassen Sie sich nicht nur auf Bilder von Behandlungsergebnissen, die digital nachbearbeitet sein könnten. Ein seriöser Experte vermittelt gern Kontakte zu Patienten, die von ihren Erfahrungen berichten können. Ein guter Fachmann erklärt die verschiedenen OP-Möglichkeiten mit Vor- und Nachteilen. Und er besitzt psychologisches Einfühlungsvermögen und Formgefühl. Jeder Chirurg hat seine Handschrift. Was nützt der Spezialist für süße Stupsnasen, wenn Sie etwas ganz anderes wollen?

Achten Sie auf Qualität und weniger auf den Preis. Denn hinter plakativen Billig-Angeboten wie „Brustvergrößerung für 2999 Euro“ stecken oft Ärzte, die mehr am Umsatz als am guten Ergebnis interessiert sind. Auch ausländische Kliniken locken in der Regel mit günstigeren Preisen. Doch bei Komplikationen wird der Spartrip schnell anstrengend: Sprachbarrieren, mehrfache Anreisen wegen Nachbehandlungen. Und deutsche Ärzte weigern sich meist, von ausländischen Kollegen durchgeführte Operationen nachzubessern.

GUTE ADRESSEN FÜR DIE ARZTWAHL

Ärztliche Gesellschaften und Stiftungen in Deutschland

DGÄPC: Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie, Älteste Fachvereinigung der ästhetisch-plastischen Chirurgie in Deutschland. Tel. 030/887102200, www.dgaepc.de

DGÄZ: Deutsche Gesellschaft für Ästhetische Zahnmedizin, informiert über Bleaching, Veneers und Zahnreinigung. Tel. 02663/916731, www.dgaez.de

DGMKG: Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, für ästhetische Gesichtkorrekturen und Zahnimplantologie. Tel. 06192/206303, www.dgmkg.org

DSGI: Deutsche Stiftung für Gesundsheitsinformation, Informationen über ästhetisch-plastische Chirurgie, ästhetische Zahnheilkunde, Anti-Aging Medizin. Tel. 0211/69990940, www.dsgi.org

VDÄPC: Vereinigung der ästhetisch-plastischen Chirurgen, ausschließlich Fachärzte für plastische Chirurgie mit Schwerpunkt Ästhetik. Tel. 030/8851063, www.vdaepc.de

VSDAR: Verband der Spezialkliniken Deutschlands für Augenlaser und Refraktive Chirurgie, informiert über operative Korrekturen von Fehlsichtigkeiten. Tel. 08193/938782, www.vsdar.de