Selbst Götter machen Anfängerfehler

Die neuen Helden, Könige und Götter: Gaspard Augé und Xavier de Rosnay alias Justice werden derzeit verehrt, gekrönt, gefeiert. Ein Pariser Electroduo, das als Heilsbringer der Szene gehandelt wird – das kommt einem doch bekannt vor. Gaspard Augés Lachen verrät: Dem Vergleich mit Daft Punk muss er sich nicht zum ersten Mal stellen. „Uns und Daft Punk verbindet, dass wir Musik nicht in guten und schlechten Geschmack un terteilen. Wir überlegen nicht, ob etwas cool ist oder nicht, und erlauben uns, Metallica genauso zu lieben wie George Michael.“ Das hört man. Auf ihrem Debütalbum, das als Titel nur ein Kreuzzeichen trägt, schreddern Justice gefällige Melodien mithilfe unvermittelt hereinbrechender Brachial-Sounds, schütteln Textfetzen von Michael-Jackson-Songs zum poppigen Sommerhit auf und schaffen es, keine Sekunde Langeweile aufkommen zu lassen. Dennoch hält der walrossbärtige Augé das Album für alles andere als perfekt: „Wir sind immer noch dabei zu lernen, wie man richtig produziert. Aber wir versuchen, die Defizite mit gu ten Ideen auszugleichen.“ Da behaupte noch einer, Franzosen seien arrogant.

Sascha König