Wer Antipasti nur vom Italiener kennt, dürfte überrascht sein, was Stephan Hippe und sein junges Team unter dem Namen „gemischte Vorspeise“ auftischen: feines Tunfischmus, süßes Zwiebel-Rosmarin-Chutney, ein Wachtelei in Senfmayonnaise, frische Kapern, Schinken und Salami, die nach Thymian und Rosmarin duftet. Sie süß-herbe Balsamico-Portwein-Reduktion, in feinen Fäden über die kräftig abgeschmeckte Fenchel-Broccoli-Tarte geträufelt, lässt erahnen: Diese Küche greift nach Sternen und bezaubert mit überaschenden Aromen. Fein knistert der Mohn auf der Zunge, der die Rotbarbe auf warmem Kartoffel-Artischocken-Salat ummantelt, und zur saftigen Entenbrust mit knuspriger Honigkruste (zwei ordentliche Scheiben) kommt die sämige Soße im Extratässchen. Die Menüs sind mit 17 Euro für zwei und 23 Euro für drei Gänge fair kalkuliert, den flinken Service kann auch Trubel nicht aus der Ruhe bringen: In dem schmalen Ecklokal war an diesem Abend jeder der Thonet-Stühle besetzt. Unbedingt reservieren!