PRINZ und die Miami Ad School in Hamburg vergeben ein Stipendium im Wert von 10 400 Euro. Statt einer Quartalsgebühr von 2300 Euro zahlt der Stipendiat nur 1000 Euro. Die Ausbildung zum Copywriter, Graphic Designer oder Art-Director dauert zwei Jahre. Neben einer aussagekräftigen Bewerbung sind acht bis zehn Arbeitsproben (Fotos, Zeichnungen, Artikel, Kurzgeschichten oder Ähnliches) einzureichen an: Redaktion PRINZ, Stichwort: Miami, Postfach 60 0209, 22202 Hamburg. Einsendeschluss: 15.2.2008. Mehr Infos zur Miami Ad School: www.miamiadschool.com.

PRINZ klärt die wichtigsten Fragen rund ums Studium. Erfahren Sie mehr über Finanzierungsmöglichkeiten, Stipendien und Versicherungen:

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Herbst 2005, die Münchnerin Jessica Hoppe spaziert gerade über den Marienplatz, als ihr Handy klingelt. Am anderen Ende meldet sich Niklas Frings-Rupp. „Wer?“, ruft Jessica in den Hörer, der Name sagt ihr nichts. „Niklas von der Miami Ad School in Hamburg. Ich habe eine gute Nachricht für dich.“ Nach dem Telefonat fängt die 22-Jährige sofort an zu weinen. Vor Verwirrung, vor Glück: Jessica ist als Schülerin der Miami Ad School angenommen und bekommt ein Stipendium, das die Werberschule zusammen mit PRINZ ausgeschrieben hat. Für die zweijährige Ausbildung muss sie nur 8000 Euro statt 18 400 Euro bezahlen.

Es ist eine Ausbildung, die zwar hart sein kann (100-Stunden-Wochen kommen vor), aber auch eine Menge Spaß bringt (wegen der angenehmen Atmosphäre, der spannenden Projekte, der Dozenten – allesamt erfahrene Werbeprofis). Eine Schulzeit zusammen mit Menschen aus 25 Nationen (zwei Drittel der Schüler sind Ausländer, Unterrichtssprache ist Englisch). Und eine Qualifikation, die geradewegs zur Karriere führt: Seit Jahren gilt die Miami Ad School mit zwölf Standorten in Europa, Nord und Südamerika als erfolgreichste Werbeschule der Welt.

Nach der dreimonatigen Einführungsphase, in der alle Schüler die Grundlagen von Werbekonzeption, -gestaltung und -text lernen, hat Jessica sich für die Spezialisierung zur Werbetexterin entschieden. Es folgten Seminare, Projektarbeiten und Praktika. Jetzt, im Herbst 2007, macht die Stipendiatin gerade ein Praktikum in New York. Dann beginnt ihr letztes Quartal an der Miami Ad School. Am Ende werden Talentsucher aus rund 15 bundesweiten Werbeagenturen die Schule besuchen.

„Unbezahlbar“ findet Jessica die Kontakte, die sich an der Schule und in den Praktika ergeben. Trotzdem (und trotz des Stipendiums) stand sie zwei Mal vor der Frage: Wie soll ich die Schule und meinen Lebensunterhalt finanzie- ren? Zwar ist die Miami Ad School in Hamburg Baföganerkannt, aber Jessica erfüllt nicht die notwendigen Kriterien, um die staatliche Förderung zu erhalten. So haben ihre Eltern sie während der Ausbildung finanziell unterstützt, anfangs jobbte sie nebenher. Doch bald schon stellte Jessica fest, dass sie sich voll auf die Schule konzentrieren wollte und musste. Deshalb nahm sie einen Bankkredit auf.

Lernen auf Pump: eine Möglichkeit, die viele Kreditinstitute anbieten und derer sich immer mehr junge Leute bedienen. Zwar bessern bis heute die meisten Studenten ihr Budget durch Jobs auf. Doch je mehr man jobbt, desto länger dauert die Ausbildung. Deshalb kann es sinnvoll sein, sich bei einer Bank zum Beispiel für die Examensphase Geld zu leihen, das man erst nach dem Studium zurückzahlen muss.

Von solchen Krediten hat auch der Berliner Burkhard Heine schon gehört. Der 27-Jährige studiert BWL im fünften Semester, seine Eltern unterstützen ihn finanziell, aber den größten Teil seiner Ausgaben bestreitet Burkhard mit Arbeit: Er plant und baut Raumeinrichtungen für Ausstellungen, zum Beispiel im Berliner Literaturhaus. Außerdem hat er sich kürzlich mit einer Fotokunst-Galerie im Internet selbstständig gemacht (www.heimkern.de). „Im BWL-Studium lernt man auszurechnen, dass es klug sein kann, einen Kredit aufzunehmen und seine Ausbildung schnell abzuschließen“, sagt Burkhard. „Je früher man in Festanstellung geht, desto mehr Geld verdient man im Laufe der Jahre, und man zahlt länger in die Rentenkasse ein. Das ist eigentlich logisch.“ Trotzdem hat Burkhard sich gegen einen Studienkredit entschieden: „Erstens mag ich keine Schulden haben. Und zweitens will ich später nicht als Angestellter arbeiten, sondern meine Selbstständigkeit ausbauen.“

Eine besonders attraktive Möglichkeit der Studienfinanzierung sind so genannte Bildungsfonds, die bisher allerdings nur Studenten staatlicher (und staatlich anerkannter) Hochschulen fördern. Von Bildungsfonds bekommt man monatlich eine bestimmte Summe überwiesen. Außerdem erhalten die Geförderten fachmännische Beratung und Betreuung während des Studiums und der Bewerbungsphase. Zwar müssen auch sie nach dem Stium Geld zurückzahlen, aber das System funktioniert anders als bei Bankkrediten: Man erstattet nicht die Darlehenssumme plus Zinsen, sondern einen Prozentsatz seines Einkommens. In Deutschland gibt es zwei Unternehmen, die Förderung aus Bildungsfonds anbieten: Career Concept (www.bildungsfonds.de) und Deutsche Bildung (www.deutsche-bildung.de). Beide ermuntern Studenten ausdrücklich, sich bei ihnen um Finanzierungshilfe zu bewerben.

David Oberbeck, 26, aus Hamburg hat kürzlich zum ersten Mal von Bildungsfonds gehört. Da die finanzielle Unterstützung seiner Eltern für Lebensunterhalt und Studiengebühren nicht ausreicht, jobbt der Jurastudent wöchentlich zehn bis zwölf Stunden. „Ich habe mich nach Studienkrediten bei Banken erkundigt“, sagt er. „Aber da zahlt man rund ein Drittel mehr zurück, als man bekommen hat. Das ist mir zu viel.“ Im Sommer 2008 will David Examen machen – und sich vorher gründlich über Förderangebote von Bildungsfonds informieren.

Und wohin mit dem Geld? Das Angebot an kostenlosen Girokonten für Studenten ist riesig. „Kostenlos“ bedeutet: Es fallen keinerlei Kontoführungs- oder Überweisungsgebühren an, ganz egal, wie viel ein Student monatlich einnimmt oder ausgibt. Das Gleiche gilt auch für Azubis und Schüler. Eine gute Möglichkeit, zusätzlich Geld zu sparen, bietet die Volkswagen Bank direct: Beim kostenfreien „Young Giro“-Konto für Schüler (ab 18 Jahren), Studenten und Auszubildende gibt es die „Volkswagen Visa Card“ gratis dazu.Mit dieser Karte erhalten „Young Giro“-Kunden zwei Mal im Monat gebührenfrei Bares aus Visa-Geldautomaten aller Banken und Sparkassen bundesweit und überall, wo man mit Euro zahlt – Schluss mit den Kosten für Abhebungen an Automaten fremder Institute! Einen ähnlichen Service bieten seit kurzem auch einige andere Direktbanken.

Wer seine Bankgeschäfte ausschließlich am heimischen Schreibtisch erledigen möchte, wird von solchen Direktbanken ausreichend bedient. Wer sich aber gern hin und wieder persönlich beraten lässt, braucht eine Filialbank. Sehr angenehm ist etwa das Beratungsund Banking-Angebot der GE Money Bank: Kunden können erstens ihre Bankgeschäfte am eigenen Computer erledigen und sich telefonisch oder per E-Mail beraten lassen. Zweitens stehen ihnen bundesweit rund 100 Filialen zur Verfügung, in denen persönliche Beratung stattfindet. Drittens kann man sogar Termine außerhalb der Filialen und der Geschäftszeiten vereinbaren: Mobile Kundenberater stehen für Treffen im Café oder beim Kunden zu Hause zur Verfügung. Auch bei der GE Money Bank fallen für Studenten und Azubis weder Kontoführungs- noch Buchungsgebühren an. „Außerdem herrscht bei uns eine lockere Atmosphäre“, sagt Kundenberater Daniel Schlüter, 27. „Hier sitzen keine grauen Eminenzen in dunklen Anzügen, sondern junge Teams, die auch mal ein persönliches Wort verlieren.“

Mit Sicherheit durchs Studium, dazu gehören neben der passenden Finanzierung auch die richtigen Versicherungen: Kranken- und Pflegeversicherung sind gesetzlich vorgeschrieben. Eine Haftpflichtversicherung ist zwar nicht Pflicht, bietet aber Sicherheiten, auf die niemand verzichten sollte. Etwa wenn man auf dem Weg zur Uni mit dem Rad einen Unfall verursacht.

Und obwohl es ein bisschen seltsam scheint, sich schon als Student gegen Berufsunfähigkeit zu versichern, kann dies sehr sinnvoll sein. Wie aber finden Studenten eine gute Versicherung? Beratung gegen eine geringe Gebühr bieten Verbraucherzentralen (alle Adressen unter www.verbraucherzentrale.de). Außerdem kann man sich an unabhängige Versicherungsmakler wenden. Sie arbeiten für Kunden kostenlos und erhalten Provision von den Versicherungsgesellschaften – insofern muss man aufpassen, dass sie einem keine unnötigen oder überteuerten Produkte aufdrängen. „Grundsätzlich nicht empfehlenswert sind Vertreter, die an eine Gesellschaft gebunden sind und somit keine Auswahl bieten“, sagt Edda Castello von der Verbraucherzentrale Hamburg.

Spare für die Zukunft! Ein Ratschlag, den auch junge Leute oft zu hören bekommen. Viele können darüber wegen ihres Mini-Budgets nur lachen, doch tatsächlich gibt es Möglichkeiten, mit geringem Einsatz einiges anzusparen. Vorschläge dazu erhält man bei Banken oder bei unabhängigen Beratern, vorausgesetzt, sie sind bereit, sich um Kleinstanleger zu kümmern. Auf Kris Hauf, Investmentberaterin in Hamburg (Bitte aktivieren Sie JavaScript um diese E-Mail-Adresse anzuzeigen.), trifft dies zu: Studenten mit Nebenjob klärt sie zum Beispiel darüber auf, wie man einen Riester-Vertrag abschließt und damit in den Genuss staatlicher Geldgeschenke kommt. Und für alle, die in der Lage sind, etwa 50 Euro monatlich zur Seite zu legen, kennt Kris Hauf verschiedene Wege, in 20 oder 30 Jahren eine erfreuliche Ernte einzufahren.

Die Investmentberaterin warnt jedoch ausdrücklich davor, sich zu übernehmen. Nicht nur Studenten rät sie:“Man muss im Alltag gut versorgt sein und zusätzlich Ersparnisse für eventuelle Durststrecken sowie für nötige Anschaffungen haben. Nur wenn dann noch Geld übrig bleibt, sollte man auch etwas für die ferne Zukunft anlegen.“

Wie finanzierst du dein Studium?

„Zum Glück bin ich Stipendiatin, und meine Eltern unterstützen mich. Zusätzlich habe ich einen Kredit aufgenommen. Da ich nach der Schule sicherlich eine Anstellung finde, wird die Rückzahlung kein Problem für mich sein.“
Jessica Hoppe, 24, Schülerin an der Miami Ad School

„Mit Unterstützung meiner Eltern und mit Jobs. Außerdem betreibe ich seit einem halben Jahr eine Fotokunst-Galerie im Internet, die schon etwas Geld abwirft. Ein Kredit kann zwar sinnvoll sein, aber ich mag keine Schulden haben.“
Burkhard Heine, 27, BWL-Student

„Meine Eltern helfen mir, und ich habe einen Job. Im Monat stehen mir rund 800 Euro zur Verfügung, die Uni streicht 743 Euro pro Semester ein. In der Examensphase wird es schwierig. Ich weiß nicht, ob ich dann noch jobben kann.“
David Oberbeck, 27, Jurastudent

STUDIEREN AUF PUMP – BILDUNGSFONDS UND BANKKREDITE

Bildungsfonds:

Anleger (Unternehmen, Stiftungen, Privatpersonen) investieren in die Bildung, Studenten erhalten Förderung – diese Idee steckt hinter den Bildungsfonds. Anbieter und Student schließen einen Vertrag, in dem sie den Förderzeitraum und einen monatlichen Auszahlungsbetrag festlegen. Auch die Rückzahlungsmodalitäten werden in diesem Vertrag vereinbart: Nach dem Studium erstattet man einen festen Prozentsatz seines Einkommens. Die Rückzahlung beginnt erst, wenn der Geförderte eine regulär bezahlte Tätigkeit aufnimmt.Wer nach dem Studium sehr gut verdient, zahlt mehr zurück, als er bekommen hat.Wer wenig verdient, zahlt wenig. Referendare, Praktikanten oder Arbeitslose müssen gar nichts bezahlen – bis sich ihre Einkommenssituation verbessert. Mehr Infos und Bewerbung: www.bildungsfonds.de sowie www.deutsche-bildung.de.

Kredite fürs Studium:
Banken bieten Studienkredite. Beispielsweise bei der Deutschen Bank (www.deutschebank.de) können Studenten monatliche Zahlungen (maximal 800 Euro) über einen Zeitraum von bis zu 60 Monaten erhalten, der Zinssatz ist variabel. Spätestens ein Jahr nach Studiumsende beginnt die Rückzahlung in monatlichen Raten. In Einzelfällen sind auch Ausbildungskredite für Schüler privater Institute möglich.

Die staatliche KfW Förderbank
(www.kfwfoerderbank.de)vergibt Studienkredite seit 2006. Dort werden die Zinsen bereits von der gewählten monatlichen Darlehensrate (zwischen 100 und 650 Euro) abgezogen. Nach dem Studium können Kreditnehmer bis zu 23 Monate warten, bevor sie mit den Rückzahlungen beginnen. Innerhalb eines Jahres haben sich rund 23 000 Studenten für einen KfW-Studienkredit entschieden.


Selbstschutz – Versicherungstipps für Studenten

Kranken- und Pflegeversicherung

Studenten sind verpflichtet, sich bei gesetzlichen Krankenkassen zu versichern – mit zwei Ausnahmen: a) Der Student ist über seine Eltern mitversichert. b) Der Student hat eine private Versicherung abgeschlossen (er wird bei der Immatrikulation von der gesetzlichen Versicherungspflicht befreit). Den Schritt zur privaten Versicherung sollte man sich gut überlegen, denn die Beiträge steigen, je älter man wird, Kinder sind nicht kostenfrei mitversichert.Wer einmal privat versichert ist, kann nur in eine gesetzliche Versicherung, wenn er ein versicherungspflichtiges Angestelltenverhältnis eingeht.

Haftpflichtversicherung
Die meisten Studenten sind über ihre Eltern mitversichert. Andernfalls sollte man dringend selbst eine Versicherung abschließen, denn sie deckt sehr hohe Risiken ab und kostet nicht viel: maximal 50 Euro im Jahr.

Berufsunfähigkeitsversicherung
„Kein Muss, aber eine gute Sache“, sagt Edda Castello von der Verbraucherzentrale Hamburg. Denn je früher man sich versichere, desto verlässlicher sei der Schutz. Die unabhängige Versicherungsmaklerin Isolde Mischke-Flach erklärt ein Angebot, das für Studenten besonders interessant ist: „Seit Kurzem bieten drei Gesellschaften ein neues Versicherungsmodell. Junge Leute zahlen dort in den ersten 15 Jahren nur 12 bis 13 Euro monatlich.“

Weitere Versicherungen
„Wer Auto fährt, muss sich natürlich entsprechend versichern. Aber von Lebens oder Rentenzusatzversicherungen rate ich während der Studienzeit ab“, sagt Edda Castello. „Studenten brauchen in der Regel auch keine Hausratversicherung – die wird erst dann sinnvoll, wenn sich im Laufe der Jahre entsprechende Werte angesammelt haben.“

Best Banking – Welche Konten für Studenten wirklich kostenlos sind

Kostenlose Einsteigerkonten für Schüler, Azubis und Studenten bieten fast alle Geldhäuser. Doch versteckte Gebühren können beim Abheben am Geldautomaten anderer Banken lauern. Seit kurzem ermöglichen spezielle Visa-Karten gebührenfreie Bargeldabhebungen an fast jedem Automaten. Solche Karten bieten zum Beispiel folgende Banken:

• Volkswagen Bank direct (www.volkswagenbank.de): Beim kostenfreien „Young Giro“ -Konto gibt es die „Volkswagen Visa Card“ gratis dazu. Damit erhalten Schüler, Auszubildende und Studenten zweimal monatlich gebührenfrei Bargeld aus Visa- Bankautomaten. Das Angebot gilt bundesweit und innerhalb der Euro-Zone. Abhebungen werden erst nach der monatlichen Kreditkartenabrechnung dem Girokonto belastet.

Kunden mit einem regulären „Volkswagen Girokonto“ (kostenlos ab 1000 Euro monatlichem Gehaltseingang) zahlen 20 Euro Jahresgebühr für die „Volkswagen Visa Card“ und können dann weltweit kostenlos Bargeld an Automaten abheben – die Kontobelastung erfolgt ebenfall einmal monatlich mit der Visa-Abrechnung

• ING-Diba (www.ing-diba.de): Girokonten einschließlich Visa-Direkt-Card sind kostenlos für alle Kunden, also auch für Studenten. (null Kontoführungsgebühr, null Buchungsgebühren). Mit der Visa-Direkt-Card erhält man Bargeld an fast allen Bankautomaten in Deutschland und weltweit. Der Betrag wird sofort dem Girokonto belastet. Die Visa-Direkt-Card ermöglicht eine unbegrenzte Anzahl gebührenfreier Abhebungen aus Bankautomaten in Deutschland sowie im Euro-Ausland. Abhebungen in Fremdwährungen kosten zwei Prozent Gebühren

Nele-Marie Brüdgam