Alternativ oder in Kombination mit Botox werden für die Faltenbehandlung so genannte Falten-Filler eingesetzt. Man unterscheidet zwischen Fillern, die natürliche Stoffe enthalten und sich nach drei bis zwölf Monaten abbauen, und Fillern mit einem künstlichen Anteil. Diese permanenten Füllstoffe enthalten Materialien wie Mikrokügelchen aus Kunststoff oder Kunststoff-Fäden, die vom Körper nicht abgebaut werden. Im Idealfall werden sie von einer Hülle aus Bindegewebsfasern eingeschlossen und bleiben reaktionslos in der Haut liegen. Doch es können Allergien und Knötchenbildungen auftreten. Seriöse Ärzte setzen dauerhafte Filler daher nur in Einzelfällen ein.

Ein besonders beliebter abbaubarer Falten-Filler ist Hyaluronsäure. Diese Kittsubstanz ist ein natürlicher Bestandteil des Körpers. Sie bindet Feuchtigkeit, hält das Gewebe elastisch und die Haut schön glatt. Für die Faltenunterspritzung wird die Hyaluronsäure aus Hahnenkämmen gewonnen oder gentechnologisch hergestellt. Klingt komisch, ist aber chemisch fast identisch mit der körpereigenen Substanz und sehr gut verträglich.

Es gibt Hyaluronsäureverbindungen mit unterschiedlicher Konsistenz von gummibärchenfest bis flüssig. Ein Knitter-Dekolleté wird mit flüssiger Hyaluronsäure wieder glatt, Nasolabialfalten oder die Mariottenfalten vom Mundwinkel bis zum Kinn werden mit dickflüssigem Material gepolstert, Wangenvolumen mit gelartiger Substanz aufgebaut. Die neuen Hyaluronsäuren halten zwischen acht und zwölf Monate lang, die dickflüssigen bis zu eineinhalb Jahre. Wenn man nachspritzt, bevor die Substanz komplett abgebaut ist, hält das Resultat länger.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Wo Hyaluronsäure eingesetzt wird und welche Erfolge die Mesotherapie erzielen kann.Auch als Lippenfüller ist Hyaluronsäure gefragt. Die speziell für die zarte Mundpartie entwickelte mehrfach vernetzte Fillerkonsistenz zaubert aus schmalen Lippen einen üppigen Kussmund. Der kann aber auch zu prall geraten. „Schlecht gespritzt wirkt das Ergebnis unnatürlich und erinnert an einen Entenschnabel“, warnt Ästhetik-Spezialist Hofmann. Oder an Schlauchboote, schaut man in die bearbeiteten Gesichter mancher prominenter Damen wie Priscilla Presley, Melanie Griffith, Nicole Kidman oder Meg Ryan.

Hyaluronsäure wird auch bei der Mesotherapie eingesetzt. Zusammen mit einem Wirkstoff-Cocktail aus Vitaminen, Mineralien, Aminosäuren und Antioxidantien wird sie mit der so genannten Mesopistole in die Haut geschossen. Die Mini-Einstiche sind kaum spürbar, die Haut nach der Behandlung leicht gerötet. Es entsteht ein Liftingeffekt, weil die Haut angeregt wird, neues Kollagen zu bilden. Außerdem wird die Mikrozirkulation verbessert, Nährstoffe gelangen besser in die Haut, Abfallstoffe werden schneller abgebaut. Meist sind allerdings vier Sitzungen nötig. Nach neun bis zwölf Monaten sollte aufgefrischt werden.
Kathrin Kunterding