Erfolg ist eine Sache der Zähne. Wirklich: Studien haben ergeben, dass Leute mit weißen, ebenmäßigen Zähnen im Beruf schneller Karriere machen und besser verdienen. In den ersten Sekunden entscheiden wir, ob wir jemanden sympathisch finden, und das machen wir unter anderem an strahlenden Zähnen fest. Immer mehr Menschen lassen sich deshalb ihre Zähne verschönern. Wie immer macht es Hollywood vor. „Nur wenige Menschen besitzen von Natur aus perfekte Zähne“, sagt Zahnästhetikspezialist Dr. Martin Jörgens, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kosmetische Zahnmedizin: „Stars wie Tom Cruise und Julia Roberts verdanken ihre blendend weißen Zähne der Zahnkosmetik und interdisziplinären Therapien.“ Das Strahlelächeln ist teuer, aber nicht unbezahlbar. Professionelle Zahnreinigungen kosten etwa 100 Euro, professionelles Office-Bleachings 500 Euro und Keramikverblendschalen 1200 Euro.

Preiswerte Grundlage schöner Zähne: Bei der halbjährlichen Professionellen Zahnreinigung (PZR) werden auch hartnäckige Beläge an nicht so leicht zugänglichen Stellen beseitigt. Verfärbungen – durch Nikotin, Teein oder Koffein – werden mit speziellen Instrumenten oder einem Pulverstrahlgerät gereinigt. Bei starken Verfärbungen der Zähne hilft Bleaching (engl. = bleichen). Auf einzelne Zähne, Zahngruppen oder das ganze Gebiss werden Wasserstoffperoxid- oder Natriumperborat- Lösungen aufgetragen – je niedriger dosiert, desto schonender. Dieses „In-Office-Bleaching“ dauert ein bis zwei Stunden. Danach sind die Zähne auf einer 16-stufigen Skala um bis zu neun Nuancen aufgehellt. Wie beim Haarefärben entziehen Sauerstoffradikale den Farbpigmenten auf dem Zahnschmelz die Farbe. Zähne und Zahnfleisch müssen gesund sein, denn Bleaching greift beschädigt Zahnoberflächen an. Bei Karies kann Bleichgel ins Zahninnere gelangen, Schmerzen verursachen und sogar Nerven schädigen. Wird das Mittel falsch aufgetragen, kann sich das Zahnfleisch entzünden.

Beim „Home-Bleaching“ behandelt man seine Zähne selbst zu Hause mit einem Aufhellungsmittel. Dazu wird eine individuelle Schiene angefertigt, die exakt an Zahnreihen und Zahnfleischrand angepasst ist. Das Gel wird in die Schiene gefüllt und am besten nachts angewendet. Die 31-jährige Sonderpädagogin Lynn hat es probiert: „Ich habe im Herbst geheiratet. Und ich wollte nicht nur in Weiß heiraten, sondern auch weiße Zähne haben.“ Also trug sie die mit schonendem 15-prozentigem Carbamidperoxid gefüllte Schiene sieben Nächte lang und strahlte an ihrem großen Tag mit deutlich helleren Zähnen. „Meine Zähne sind sehr viel weißer geworden.“ Lynns Zähne waren für sie schon immer ein Problem. Abgesehen von normalen Verfärbungen durch Kaffee und Rotwein hatten sie im Frontbereich hässliche Flecken – die Folge starker Medikamente, die sie als Baby bekam. Bei diesen Verfärbungen hilft Bleaching nicht, ebenso wenig wie bei durchscheinenden Füllungen in den vorderen Zähnen oder Kronen. Lynn ließ ihre zwei Frontzähne deshalb mit Kunststofffüllungen behandeln, eine Alternative zum Überkronen und zu teuren Veneers. Veneers sind 0,3 bis 0,5 Millimeter dünne Verblendschalen aus Keramik, die wie künstliche Fingernägel auf die Oberfläche der Zähne geklebt werden. Sie können einzelne stark verfärbte Zähne, abgebrochene Ecken oder zu große Zwischenräume regulieren. Ihr Vorteil gegenüber einer Krone: Es muss nur ei Bruchteil des Zahnschmelzes entfernt werden. Die Schalen werden vom Zahntechniker in Detailarbeit auf Maß hergestellt und in Farbe und Oberflächenstruktur an die eigenen Zähne angepasst. Sie halten bei guter Pflege 15 Jahre.

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Und wenn die Zähne extrem eng und schief zusammenstehen, weil der Kiefer zu klein ist? Neueste Methode: Ein Minigerät wird in den Kieferknochen eingesetzt, wo es durch kontinuierliche Dehnung für Knochenneubildung sorgt. Die Zähne haben mehr Platz und richten sich automatisch gerade. Manchmal helfen trotzdem nu kieferorthopädische Mittel wie Spangen oder Brackets (engl. = Stütze). Auch Erwachsene tragen sie inzwischen mit Würde und Stolz – so wie die Promis Whoopi Goldberg oder Tom Cruise.

ZÄHNE – ALLE FAKTEN AUF EINEN BLICK

Strahlendes Lächeln, gerade Zähne: Das müssen Sie wissen

Methoden: In-Office-Bleaching beim Facharzt, Home-Bleaching zu Hause; Veneer-Behandlung mit Keramikverblendschalen

Arztwahl: je nach Verfahren Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen, Zahnärzte, Zahnmedizinische Prophylaxeassistentinnen unter zahnärztlicher Anleitung oder erfahrene Zahnkosmetikerinnen

Kosten: In-Office-Bleaching ab 250 Euro, Home-Bleaching ab 150 Euro, Veneers ab 1000 pro Stück

Folgen: beim Bleaching eventuell leichtes Ziehen nach der Behandlung, bis zu drei Tage verstärkte Kälte- und Wärmempfindlichkeit. Zähneknirschen und Nägelkauen kann Veneers zerstören

Kathrin Kunterding