Zuerst fuhren die European Shooting Stars vor, zehn junge, hochtalentierte Schauspieler, aus zehn europäischen Filmländern. Schon da hatten die Fans, die seit Stunden bei Minusgraden an den Absperrungen am Roten Teppich vor dem Berlinale-Palast ausharrten, ordentlich Grund zum Kreischen: Der Ire Domhnall Gleeson ist treuen Harry-Potter-Fans bestens bekannt, hat außerdem eine kleine Rolle im Berlinale-Eröffnungsfilm und Oscar-Favoriten „True Grit“. Vielfach ausgezeichnet, vor allem als Bühnendarstellerin, ist die Britin Andrea Riseborough. Am Donnerstag hat „Wer wenn nicht wir“ Premiere im Wettbewerb, dann wird Alexander Fehling erneut über den Roten Teppich spazieren. Der „Goethe!“-Darsteller trat in „Inglourious Basterds“ auf und in Hans-Christian Schmids großartigem „Sturm“. In „Der Albaner“ spielt der Albaner Nik Xhelilaj die Rolle des illegal in Deutschland arbeitenden Albaners mit einer Intensität, die einfach umhaut. Der Film, der eben erst den Max-Ophüls-Preis gewann, wird übrigens am Sonntag um 19.30 Uhr im Cinemaxx 3 gezeigt.
Nachdem nun diese zehn überaus adrett gekleideten Frauen und Männer ihren Auftritt hatten, rollten, vielmehr spazierten noch andere Große des Kinos vorbei. Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase zum Beispiel, seit den 50er Jahren verantwortlich für einige der wichtigsten Werke der deutschen Filmgeschichte und immer noch erfolgreich. Oder Schauspielerin Martina Gedeck, die etwas scheu im schwarzen langen Mantel mit Fellkragen an den rufenden Fotografen vorbeispazierte und sich erst etwas offensiver zeigte, nachdem sie sich vom Mantel befreit hatte und im kleinen Roten vor der knipsenden Meute stand.
Grünen-Chefin Claudia Roth wollte sich das blutrünstige Spektakel „Coriolanus“ auch nicht entgehen lassen und Patti Smith kam auch angerauscht.
Aber natürlich warteten die Leute vor allem auf die Stars des Premierenfilms: Gerard Butler, Ralph Fiennes und Vanessa Redgrave. Während die meisten Schauspieler von Fotografen und Fans immer beim Vornamen gerufen werden – „Gerry“ – zollten viele der großen Aktrice Respekt und riefen zaghaft nach „Mrs. Redgrave“. Und tatsächlich, im Berlinale-Palast hatte das Programm schon begonnen, machte das Trio noch einige Fans sehr glücklich.