Keine Hochhäuser, die in den Himmel wachsen, keine Angeber-Architektur, doch der Eindruck täuscht: Oslo ist geradezu unverschämt reich! Seit die Norweger Ende der Sechziger vor ihrer Küste Öl entdeckten, wurden das Land und seine Hauptstadt zum Shooting Star Skandinaviens. Aber die Norweger sind zu bescheiden, um damit zu protzen. Sie freuen sich darüber, dass Oslos Angebot an Restaurants, Clubs und Shops in den letzten zehn Jahren geradezu explodiert ist und dass ihre Modelabels von internationalen Stars getragen werden. Vor allem in den Sommermonaten findet das Leben wenn möglich draußen statt. Viele junge Osloer treffen sich im Vigelandspark, auch genannt Frognerpark, schlendern durch das schicke Frogner-Viertel mit seinen beeindruckenden Häuserzeilen, vorbei am Schloss (wenn die Fahne auf dem Dach weht, ist König Harald zu Hause) bis an den Hafen mit seiner Flaniermeile, genannt Akerbrygge. Die ehemalige Schiffswerft ist jetzt eine Mischung aus Cafés, Restaurants und sündhaft teuren Wohnungen.

Im Sommer ist die Museumshalbinsel Bygdøy mit
den Freichlicht- und Wikingerschiffmuseen ebenfalls ein Muss. Unterwegs unbedingt probieren: Pølse i Brød, den norwegischen Hot Dog. Das normale U-Bahn-Ticket gilt auch für die Fähren, die im Sommer die idyllischen Inseln im Oslofjord ansteuern. Hier kann man sogar baden. Wer das hippe Oslo kennen lernen möchte, sollte die Viertel Bislet und Grünerløkka ansteuern. Mit der Straßenbahn (Trikk) oder der etwas antiquiert
anmutenden U-Bahn (T-Bane) kommt man problemlos überall hin. Zum Beispiel auch zur weltberühmten Skisprungschanze am Holmenkollen, die ist nur 20 Minuten von der Stadtmitte entfernt, mitten im Grünen. In Norwegens Hauptstadt liegen die Gegensätze nah beieinander.

RESTAURANTS:
Traditionelles norwegisches Essen wie Elchfleisch oder gekochter Schafskopf ist nicht jedermanns Sache und in Oslo ohnehin eher selten. Man liebt die internationale Abwechslung und jede Menge Fisch. Die größte Auswahl an guten Restaurants gibt es entlang der Thorvald-Meyers-Straße in
Grünerløkka.

CAFÉS / BARS:
Trotz der hohen Alkoholpreise gehen die Osloer gerne in ihre Bars, wo meist DJs die Gäste bereits auf das Nachtleben einstimmen. Geraucht wird seit 2004 nur vor der Tür. Die größte Auswahl an interessanten Bars findet man ebenfalls wieder in Grünerløkka.

CLUBS:
Typische für Oslo ist das Party- Warm-up, genannt Vorspiel: Man trifft sich mit Freunden vor dem Clubbesuch und hat Plastiktüten voller Alkoholika dabei. Und man macht sich chic, auch wenn es in
Clubs meist keinen Dresscode gibt. Zurzeit sehr angesagt: Oslo-Disco, eine Mischung aus Minimal-Electronica und funky House.

SHOPPING:
Für entspannte Einkaufstouren am besten geeignet sind die Geschäfte entlang des Bogstadveien (T-Bane-Station Majorstuen) und das große Shoppingzentrum Oslo City direkt am Hauptbahnhof. Die ideale Verkörperung des weltoffenen und entspannten Oslo-Stils ist das junge Label Moods Of Norway (im „Oslo City“-Shoppingcenter), vor vier Jahren von zwei Schulfreunden gegründet und auch international
immer erfolgreicher. Chefdesigner Simen Staalnacke verbindet norwegische Symbole mit klaren, starken Farben – und überzeugt damit auch internationale Stars wie Justin Timberlake, die die
Marke bei Auftritten tragen.

Kai Schwind