Da staunten die Promimagazine und Gerüchtewebsites nicht schlecht, als Joy Denalane vor einigen Wochen mit Max Herre auf dem roten Teppich der Echo-Verleihung erschien und damit für Schlagzeilen wie „Das Liebes-Comeback“ sorgte. Was für eine beknackte Schlagzeile. Aber Joy Denalane lächelt bloß und rührt erst mal in ihrer Tasse Tee. Als Musikerin und Mutter zweier Kinder hat die Berlinerin wahrscheinlich ohnehin anderes zu tun, als regelmäßig zu checken, was das Internet über sie und ihren Beziehungsstand ausspuckt. Und sich lange bei einer Sache aufzuhalten ist Joy Denalanes Art sowieso nicht – zumindest nicht, wenn es sich um negative Situationen handelt: „Ich tendiere dazu, nach vorn zu schauen, nicht sehr lange in Momenten zu verharren, die unangenehm sind.“ Womit wir wieder bei der Sache mit Max Herre wären.

Auch nach der privaten Trennung des Freundeskreis-Musikers und der Soul-Sängerin vor vier Jahren blieben sie beruflich ein Paar. Dass das überhaupt funktionieren konnte, erklärt Denalane so: „Es gab zwei Dinge, über die wir immer sprechen konnten: Das war Musik, und das waren die Kinder. Vor allem die Musik war wie ein neutraler Boden, auf dem man sich getroffen hat. Der reine künstlerische Austausch.“ Gar keine Wut oder Liebeskummer? „Ich bin jemand, der nicht so lange traurig ist. Das widerstrebt mir einfach. Ich finde immer Wege, glücklich zu sein.“

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Video-Tipp: „Niemand (Was Wir Nicht Tun) (Maureen In Session Vol. 01)“ von Joy Denalane feat. Max Herre

Wenn sie das so sagt, gibt es keinen Grund, der 37-Jährigen nicht zu glauben. Sie wirkt so offen und freundlich, als sei man selbst der Star und nicht sie. Während des Interviews bestellt sie Pommes, über die sie sich im Anschluss des Gesprächs mit Heißhunger hermacht. „Ich hatte schon so lange keine Pommes mehr“, sagt sie und tunkt die Fritten abwechselnd in die kleinen Mayonnaise- und Ketchup-Gläser vor ihr.

Denalanes Gesang könnte auch im Kartoffelsack daherkommen und würde trotzdem die Sonne scheinen lassen. Dass nun trotzdem alle Welt vermutet, Denalanes dritte Platte sei das Trennungsalbum, das haarklein ihre emotionale Welt wiedergebe, belustigt die Musikerin. „Mir fällt immer wieder auf, dass viele Leute dazu neigen, ihre eigene Geschichte irgendwo reinzuinterpretieren“, sagt sie und weicht damit geschickt, aber sympathisch allzu privaten Fragen aus. Dass „Maureen“ ein trauriges Liebesalbum sein soll, lässt sie so nicht gelten: „Zum Teil ist die Platte sicherlich eine Auseinandersetzung mit meinem Leben. Aber eben nicht nur mit meinem Leben.“

Denalane mag bestreiten, dass „Maureen“ ein trauriges Album ist, seine nachdenklichen Momente aber hat es. Die Leichtigkeit, die sie betont, muss erst freigelegt werden. Sie erscheint immer mehr, je öfter man die Stücke hört. Wer sich etwas Mühe gibt, auf den Soul-Train Richtung Sorglosigkeit aufzuspringen, wird eine spannende Reise haben.