Locker, lässig, lebensfroh: Statt über das Dasein zu mosern, hat sich Mike Skinner alias The Streets für „Everything Is Borrowed“ verstärkt den heiteren Themen des Lebens zugewendet und sie mit Pop, HipHop und Rock verquickt. PRINZ traf den einstigen UK-Garage-Nörgler, um seiner neuen Heiterkeit auf den Zahn zu fühlen.

PRINZ: Dein neues Album ist deine fröhlichste und zugänglichste Platte – wie kommt’s?
Skinner: Meine letztes Album war zu negativ. Diesmal habe ich darauf geachtet, nicht zu viel über das gegenwärtige Leben auf diesem Planeten zu schreiben. Deshalb wirke ich positiver. Ich habe festgestellt, dass es nichts bringt, immer nur zu grübeln. Man sollte lieber seinen Arsch hochkriegen, anstatt sich ständig mit Fragen aufzuhalten.

PRINZ: Bist du denn so ein Arbeitertyp?
Skinner: Ich bin in Birmingham aufgewachsen und nicht in London. Da bekommt man eine andere Lebenseinstellung eingeimpft. In London sind alle Künstler. Und wenn nicht, dann identifizieren sich die Leute mit Dingen, die anders sind. In Birmingham machst du einfach deinen Job und gibst dich keiner Illusion hin. Aber das soll jetzt nicht falsch verstanden werden. Ich bin London sehr dankbar! Ohne diese Stadt wäre ich nie das geworden, was ich nun bin.

PRINZ: Deine Kunst ist also ein Job für dich?
Skinner: Alles, was ich mache, ist für mich ein Job. Diesmal bestand das Ziel der Arbeit darin, Songs zu schreiben, die einfach funktionieren. Ein Song muss leicht zu verstehen sein. Nur dann mögen ihn die Leute.

Weiter geht’s auf der nächsten Seite.

PRINZ: Hast du deinen Job denn wieder ganz allein gemacht?
Skinner: Die Songs habe ich alle allein geschrieben. Aber ich hatte große Hilfe von Musikern, die ich mir eingeladen habe. Nur wenn du mit Profis ins Studio gehst, wird das Ergebnis richtig gut. Wenn man nur am Computer arbeitet, macht man häufiger Fehler. Mit Musikern ist das anders. Leider sind sie teuer. Ich bin zwar nicht gerade arm, aber für ein britisches Orchester hatte ich kein Geld. Deshalb bin ich nach Prag gefahren. Das war günstiger, und die Musiker waren genauso großartig. Die Aufnahmen zur ersten Single „The Escapist“ haben mich total umgehauen, ich war völlig überwältigt.

PRINZ: Du bezahlst deine Albumproduktion immer noch aus eigener Tasche?
Skinner: Stimmt. Damit niemand kommt und mir sagt, was ich anders machen soll. Nur wenn ich völlig frei bin, entsteht das, was The Streets ausmacht. Ich war jetzt zwei Jahre in einer Box und habe nichts anderes getan, als meine eigene Musik zu hören. In meiner Bude fand ich alles super. Mal sehen, was die Welt da draußen davon hält.

Interview: Michael Leuffen