„Die Muskelspannung und das gesteigerte Körpergefühl am Miha Bodytec sind absolut verblüffend“
Oliver Schmidtlein, 42, ist Sportphysiotherapeut im Deutschen Olympischen Sportbund und Fitness-Coach des DFB. Im März eröffnet er in München ein Functional Training Gym – mit Miha Bodytec (www.oliverschmidtlein.com)

Sieht so das Fitnessstudio der Zukunft aus? Nichts erinnert in dem vielleicht 40 Quadratmeter großen Raum an eine klassische Muckibude, wie ich sie kenne: kein Schwingboden, keine Freihanteln, keine Gewichte, kein Anzeichen von Körperertüchtigung – wäre da nicht Mario Thinius, der Trainer mit der Konfektionsgröße „Keiderschrank XXL“. Wow, in diesen Oberkörper passt ein Quarterback der NFL ja zweimal! Lächelnd hält er mir zur Begrüßung einen feuchtwarmen Klumpen hin. Es ist ein Paar Baumwoll- Shorts und ein T-Shirt. „Damit trainierst du“, sagt er und schickt mich in die Umkleide, denn eigene Sportklamotten brauche ich hier nicht. Keine Sporttasche, keine Turnschuhe – come as you are. Ideal für die Mittagspause, perfekt für den Trainings-Quickie nach Büroschluss.

Als ich aus der Umkleide komme und mich langsam an die feuchte Wäsche auf der Haut zu gewöhnen beginne, hat Mario schon meine Trainingsmontur für die Cyberfitness-Premiere in der Hand: eine Weste, schwarz wie die schusssichere Kleidung der GSG 9. Er zieht sie mit Klettverschlüssen so fest, dass die nassen Klamotten auf der Haut fast schon nicht mehr zu spüren sind. Dann zurrt er noch Bänder und breite Gurte um die Oberarme, Oberschenkel und den Po und klippt schließlich rund 20 knallrote Kabel in die diversen Buchsen auf dem Cybertrainings-Dress. In lockerem Schwung führen die Leitungen zu dem kleinen Terminal vor mir: LCD-Display, ein gutes Dutzend Drehschalter, Leuchtdioden. „Spürst du schon was?“, fragt Mario, als er lässig an einzelnen Reglern dreht und mich dabei in die Grundposition dirigiert (Beine leicht anwinkeln, Körperspannung).


„Wir haben mit Miha Bodytec eine transportable Lösung des EMS-Trainings entwickelt, die wir direkt auf dem Golfplatz einsetzen“
Jessica Lindau, 20, ist Gesamtsiegerin des Golfturniers „Time For Golf“-Trophy 2007 in München (www.vandenberge.de)

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Ein Kribbeln zieht durch den Körper, erst im Lendenbereich, dann durch die Brust, die Schenkel, schließlich pulsieren alle Muskeln unter dem Elekrodress. Erst nur leicht, dann so stark, dass ich die Muskeln gegen die Kraft des Stroms anspannen muss, der immer wieder in zehnsekündigen Phasen durch die Kabel meinen Körper attackiert. Ich halte dagegen und fühle mich gut, spüre förmlich,wie sich die Muskeln regen und trainiere zum ersten Mal mit Strom statt mit Eisenhanteln. Das Training der Zukunft hält Einzug in Deutschland. Immer mehr Studios rüsten mit den effektiven Trainingsgeräten der next generation auf: Mario Thinius von BodyInStyle (www.bodyinstyle.de) war in Hamburg sicher einer der Vorreiter: „Als ich am 1. Mai 2005 mein erstes Studio eröffnet habe, wurde noch gelacht, ,Muskeln aus der Steckdose‘ hieß es, aber meine Kundenzahlen gingen immer konstant nach oben“, erinnert er sich.

Die Muskelarbeit an den so genannten EMS-Geräten wie Miha Bodytec oder Body Transformer liefert schnell sicht- und spürbare Erfolge für Körperformung und Gesundheit, hilft gegen Rückenschmerzen und Cellulite, kann die Muskeln aktivieren oder entspannen, verbessert Ausdauer, Kraft und Durchblutung und wirkt in allen Muskeln. EMS steht für Elektromyostimulation, auf Deutsch etwa: Muskelanregung durch Strom. Das System ist so revolutionär wie einfach: Alle Muskelgruppen und ihre entsprechenden Gegenspieler – Agonist und Antagonist, also die komplette quergestreifte Muskulatur sowie das Bindegewebe – werden gleichzeitig mit niederfrequentem Reizstrom aktiviert, stimuliert und kontrahiert. Individuell dosiert und für jede Muskelgruppe getrennt gesteuert, setzt etwa das Allroundgerät Miha Bodytec die optimalen Reize für Körper und Muskulatur.

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Die stimulierenden Elektroden sind ins Dress eingenäht, die angefeuchtete Baumwollkleidung darunter leitet die Impulse an die gesamte Muskulatur des Körpers: Beine, Po, unterer und oberer Rücken, Brust, Bauch und Arme – alle Muskelgruppen können zeitgleich und individuell dosiert stimuliert werden. Und das allein bringt Kraft, Ausdauer und Muskelwachstum? Dr. Heinz Kleinöder von der Sporthochschule in Köln erklärt: „Die Stimulation übernimmt die Funktion oder verstärkt die Aktivierung durch unser natürliches Nervensignal und setzt den Prozess der Kontraktion direkt am Muskel in Gang. Untrainierte Muskeln werden so aktiviert und gezielt aufgebaut, wodurch sich der Energieverbrauch erhöht, der Stoffwechsel angeregt und die Durchblutung gefördert wird. Positive Begleiterscheinung: Abbau von Körperfett, Reduktion von Cellulite, Straffung des Bindegewebes, Kraft- und Ausdauerverbesserungen.“ Schon nach den ersten Anwendungen à 15 bis 30 Minuten zweimal pro Woche werden Erfolge sicht- und spürbar – abhängig von Veranlagung, Trainingszustand und -intensität. 30 Minuten Cyberfitness kann bis zu 360 (!) Sätze an Kraftoder Ausdauertraining simulieren.

EMS-Training wirkt auch einem Trend unter Freizeitsportlern entgegen: den so genannten Discomuskeln, die bei Athleten auftreten, die aus optischen Gründen nur die vordergründigen Muskelgruppen Bauch, Brust und Bizeps stärken und die Rückseite vergessen oder ein schweres und breites Kreuz auf dünnen Stelzen mit sich herumtragen. Doch EMS-Geräte werden nicht nur zur Modellierung des Körpers und im Leistungssport, sondern auch in Bereichen der Physiotherapie und Rehabilitation erfolgreich eingesetzt. Studien der Universität Bayreuth im Auftrag vom Hersteller Miha Bodytec zeigen, dass auch die schwierig zu erreichenden Muskelgruppen, zum Beispiel an der Wirbelsäule (kleine und kurze Muskelfasern) oder im tief liegenden Beckenboden mühelos erreicht werden. So lassen sich sogar langjährige Rückenbeschwerden lindern. Die Probanden berichteten darüber hinaus von allgemeinen positiven Effekten: Das Körpergefühl verbessert sich, Verspannungen lassen nach, Kraft und Ausdauer steigen.


„Der Reiz dieser Geräte, die effektive Beschleunigung meiner Arbeit und die Top- Ergebnisse beim Training sind erst der Anfang einer großen Zukunft“
Joerg Mahl, 40, ist Personal Trainer (unter anderem für Schauspieler und Sportler) und aktiver Triathlet (www.superviser.de)

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Alle Bodyshaper gaben eine Verbesserung der Vitalität und Körperstabilität an. Es erfolgt eine Art Konditionierung des gesamten Organismus: Herz-Kreislauf-System, verschiedene Stoffwechselsysteme und das Immunsystem werden angeregt. Und während bei den Männern die Muskeln wuchsen, zeichnete sich bei den Frauen eine Gewichtsabnahme und eine deutliche Stärkung des Beckenbodens ab. Etwas anders als EMS funktioniert das Vibrationstraining mit Geräten wie Fit Vibe, Vibro-Gym oder dem durch Popstar Madonna bekannten Power Plate: Körpereigene Reflexe werden durch eine vibrierende Plattform aktiviert. Der Körper des Benutzers wird durch Vibration minimal und kontrolliert aus dem Gleichgewicht gebracht und reagiert mit Muskelkontraktion. Dabei gilt: Je besser die Vorspannung des Trainierenden, umso größer ist der Trainingseffekt.

Schon in den Anfängen der russischen Raumfahrt fand Vibrationstraining Verwendung, um die Schwerelosigkeit auf der Erde zu simulieren und die Kosmonauten zu trainieren. Zahlreiche wissenschaftliche Grundlagenstudien bestätigen die Effekte von Vibrationstraining: Die Stoffwechselrate steigt, der Blutdruck wird um bis zu 18 Prozent gesenkt, und auch eine Verbesserung von Hautbild und Cellulite stellen sich ein. Stresshormone bauen sich ab und Verbesserungen im Bereich der Sprungkraft sind, je nach Trainings- und Anwendungsform, mit Vibrationstraining möglich. Unterdrucktraining im Hypoxie-Ei heißt die dritte Cyberfitness-Variante. Dr. Norbert Egger, der seit rund 20 Jahren ein Trainingsinstitut in Salzburg führt, hat die Technik entwickelt: Dabei trägt der Sportler auf dem Laufband einen Unterdruckanzug, der sorgt für ein Vakuum an Bauch, Oberschenkeln und Po, das zusammen mit der Bewegung auf dem Band durchblutungsfördernd und stoffwechselanregend wirkt und beim Fettabtransport hilft.

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EMS-Training, Vibrationstraining, Hypoxie-Ei: Bestimmen diese Methoden das Fitness und Krafttraining von morgen? Eine Einordnung gibt Dr. Heinz Kleinöder von der Sporthochschule Köln: „EMS und Vibrationstraining sind sehr intensive Methoden und müssen daher von Otto Normalverbraucher, der meistens nicht sehr trainiert ist, individuell dosiert, mit einer sukzessiven Leistungssteigerung durchgeführt werden – bei den ersten Trainings am besten unter Anleitung. Sie bieten eine hohe Attraktivität im Training und können als Basistraining eine gute Grundlage für Gesundheit, Fitness und Wellness darstellen. Sein ganzes Sportlerleben darauf abzustellen sollte nicht das generelle Ziel sein.“ Das heißt, es wird auch weiterhin in Laufschuhen oder im Fahrradsattel an Alster, Isar, Rhein und Spree geschwitzt. Zusammen mit dem Training der Zukunft ergibt sich aber eine unschlagbare Fitness- Kombination, die vielleicht zum ersten Mal Versprechen wie „Traumkörper in Rekordzeit“ und „Waschbrettbauch /Bikinifigur zur Urlaubszeit“ wirklich wahr machen könnte.

Probieren Sie es aus, Studios mit Cyberfitness in Ihrer Nähe finden Sie in den regionalen Cyber-Fitness-Specials in der rechten Navigationsleiste.
Jannes Vahl