Dieses Duo könnte gegensätzlicher kaum sein: Brian Burton, besser bekannt als Danger Mouse und Produzentengenie hinter den Gorillaz, ist groß, schlaksig, trägt Afro zum Vollbart und schweigt vorzugsweise. Sein Partner Thomas Callaway, der sich Cee-Lo Green nennt und einst Teil des Goodie Mob war, ist dagegen klein, korpulent, kahlköpfig und redet wie ein Wasserfall. Zusammen ergeben sie Gnarls Barkley und sorgten 2006 mit dem Ohrwurm „Crazy“ und dem Album „St. Elsewhere“ für Aufsehen. Sie verkauften damals zwei Millionen CDs – und stehen nun vor der Aufgabe, einen adäquaten Nachfolger vorzulegen. Eine Herausforderung. Mit „The Odd Couple“, benannt nach den Filmen des kauzigen Gespanns Walter Matthau und Jack Lemmon, meistern sie die Herausforderung problemlos: 13 Stücke zwischen R&B, Soul, Blues, Garagenrock und Hippiefolk, verwurzelt in der Subkultur der Sechziger und eine Hommage an eine Ära der künstlerischen Selbstverwirklichung und des revolutionären soziopolitischen Anspruchs.

„Es ist nicht so, als wären wir auf dem Retro-Trip und würden hier reine Nostalgie servieren“, erklärt Danger Mouse in einem Anfall von Redseligkeit. „Wir mögen nur den freien, ungezwungenen Spirit dieser Zeit und wollen ein bisschen was davon in die Gegenwart retten. Einfach, weil die heutige Musik dringend Originalität, aber auch Mystik braucht.“ Wovon die beiden mehr als genug haben: Sie drehen witzige Videos, präsentieren sich auf Fotos mal als Brautpaar, Cheech & Chong, Men In Black oder stellen eine Szene aus „Findet Nemo“ nach – und wenn es auf die Bühne geht, treten sie in Raumfahreranzügen, als Tennisspieler, Chefköche oder „Star Wars“-Charaktere auf. „Das ist ein großer Spaß“, sagt Cee-Lo. „Einfach, um die Sache für uns wie auch fürs Publikum interessanter zu machen.“ Was ihnen für die anstehende Welttournee, die im Mai startet, vorschwebt, will er aber nicht verraten: „Wer weiß, vielleicht gehe ich als Bratwurst. Auf so etwas steht ihr Deutschen doch, oder?“ Betroffenes Schweigen. Marcel Anders