Im tiefen Inneren seines nun auch schon 38 Jahre alten Herzens ist Beck Hansen nicht nur Scientologe, sondern auch und vor allem ein waschechter Nostalgiker. Als Beck 1994 mit seiner Slackerhymne „Loser“ groß rauskam, tobte draußen der Grunge. Und nun, viele Beckplatten später? Klingt „Orphans“ ein wenig nach Beach Boys und ein wenig mehr nach Nirvana oder Blind Melon. Ansonsten ist Beck auf diesem 33-minütigen Kompaktwerk vor allem Beck. Mit ganz viel Rhythmus, Geklatsche, Folk und Funk. Dass mit Danger Mouse die dünne Hälfte von Gnarls Barkley produziert hat, fällt weniger ins Gewicht als erwartet – und das ist gar nicht schlecht so. Zwar will Hansen einfach kein Lied mehr für die Ewigkeit gelingen, aber endlich wieder ein Album, das nicht nur ausschließlich die Retro-Indiefraktion bestens bedient.
Steffen Rüth

Video-Tipp: Der Kultsong“Loser“ von Beck (1994):