Eine Erfolgsstory ist die von Jimdo.com, einer Internetplattform, mit der man sich ganz unkompliziert seine eigene kostenlose Homepage bauen kann. Hinter dem Geschäftskonzept stecken Christian Springub, 25, Matthias Henze, 30, und Fridtjof Detzner, 24. In einem Alter, in dem andere noch Praktika machen oder mit dem Rucksack um die Welt reisen, sind sie bereits ihre eigenen Chefs. Ihr erstes Büro befand sich auf dem Bauernhof von Fridtjofs Mutter im Dorf Lüdingworth bei Cuxhaven. Mittlerweile sind sie in ein helles Loftbüro in Hamburg-Altona umgezogen und beschäftigen sieben feste Mitarbeiter. Der ehemalige Kitesurfer Fridtjof kommt jeden Morgen mit dem Skateboard ins Büro. Die Atmosphäre am Arbeitsplatz ist locker und entspannt. Bei den drei Freunden, die sich schon seit der Schulzeit kennen, gibt es immer viel zu lachen – schwer vorstellbar, dass die drei auch mal ernsthaft arbeiten. Dabei wussten sie schon als Schüler genau, was sie wollten. Christian und Fridtjof entwickelten damals Webseiten für kleine Unternehmen. Auf die Idee zu Jimdo.com brachten sie ihre Freunde. „Drei unserer Kumpels nutzten unsere Software, um ihre Segeltour von Kiel nach Sydney online zu dokumentieren, ein anderer, um seine Band zu promoten“, erzählt Matthias.

Ein sicheres Zeichen: Es besteht Bedarf nach einem Angebot wie Jimdo. Warum also nicht gleich Webseiten für jedermann anbieten? Es galt, keine Zeit zu verlieren. „Ich habe noch Zivildienst gemacht, da erstellte Matthias schon einen Businessplan“, erinnert sich Christian. „Wir haben uns am internationalen Markt umgeschaut und festgestellt, dass wir technisch führend sind“, fügt Matthias hinzu. Beste Bedingungen, um große Pläne zu schmieden. Der Startschuss für Jimdo fiel im Februar 2007. Seitdem unterstützen mehrere Großinvestoren die Seite, von der es mittlerweile sogar eine chinesische Version gibt. „China ist nach den USA der zweitgrößte Internetmarkt. Da lohnt es sich, rechtzeitig zu expandieren“, erklärt Matthias. Allerdings gelten in China andere Spielregeln: „Die chinesische Regierung nahm uns vier Wochen lang vom Netz, weil auf Userseiten regierungsfeindliche Begriffe aufgetaucht waren. Erst nachdem wir einen Wortfilter eingebaut haben, durften wir wieder online gehen.“ Seit Anfang Februar gibt es Jimdo auch in Russland, Italien und Spanien, die Bandbreite der Jimdo-Nutzer wird immer größer. Zurzeit nutzen etwa Musiker, Hobbyfotografen, Sportler, Illustratoren oder HSV-Fans Jimdo für ihre Zwecke. Wer seine eigene Domain haben möchte und kein Jimdo-Logo auf der Seite, zahlt fünf Euro im Monat – daraus speist sich das Einkommen von Matthias, Christian und Fridtjof. „Keine Ahnung, ob wir eines Tages Millionäre werden“, gibt sich Christian bescheiden. „Zurzeit träumen wir noch davon.“