Eine ungewöhnliche Idee ist das kostbarste Gut, wenn man im Internet aus der Masse hervorstechen und erfolgreich sein will. Es war ein spontaner Einfall, der den Grundstein für die Karriere von Max Wittrock, 24, Phillipp Kraiss, 26, und Hubertus Bessau, 26, aus Passau legte. Die drei Studenten waren auf dem Weg zum Badesee, als sie die Radiowerbung einer Müslifirma hörten. Aus einer Laune heraus fragten sie sich: Warum nicht bessere Werbung machen? Oder gleich ein besseres Müsli? Aus dem sommerlichen Geistesblitz formte sich in den darauffolgenden Wochen ein konkretes Geschäftskonzept: Eine Webseite, auf der man sich die Zutaten für sein Müsli selbst zusammenstellen kann. Heute umfasst das Angebot von „Mymuesli“ 70 verschiedene Arten an Nüssen, Trockenfrüchten und Flocken. Ob Cranberries, Macadamianüsse oder Gojibeeren aus Tibet – theoretisch lassen sich aus den Zutaten 566 Billiarden Müslisorten mixen. So viel Auswahl kann kein Supermarktregal bieten. Auf der Müsli-Website finden auch Rosinenhasser und Haselnuss-Allergiker die passende Körnerkreation.

Seit dem Launch der Seite im April 2007 schwimmen die drei Gründer auf einer Erfolgswelle. „Anfangs füllten wir das Müsli in einem kleinen Raum mit Waage und Tisch in der Altstadt von Passau ab. Mittlerweile verfügen wir über eine große Lagerhalle mit Lkw-Laderampe und haben 25 Mitarbeiter“, erzählt Max. Viel Freizeit bleibt den einstigen Jura- und BWL-Studenten nicht mehr. „Zurzeit arbeiten wir sieben Tage in der Woche, jeden Tag 14 Stunden lang“, sagt Max. Für all die Mühe entschädigt sie das Feedback der rasant wachsenden Mymuesli-Fangemeinde. „Wir bekommen sehr positive Reaktionen, weil wir ein Produkt anbieten, das jeder nach seinen Wünschen gestalten kann. Es ist erstaunlich, wie sehr die Ware Müsli emotionalisiert wird“, so Max. Die Geschäftsidee der drei Passauer Jungs ist aufgegangen und brachte ihnen bereits den Gründerpreis Enable2Start der „Financial Times“ ein. Was die Zukunft betrifft, bleiben die Jungunternehmer realistisch: „Im Unterschied zu den Online-Communities im Netz können wir nicht darauf spekulieren, dass Google uns eines Tages aufkauft und wir Millionäre werden. Bei Lebensmitteln sind die Wachstumsraten nicht so groß.“ Ein klares Ziel haben sie sich für 2008 jedoch gesetzt: „Endlich mal wieder sonntags frei haben.“