Eine virtuelles Einkaufsviertel voller junger Designershops, das ist es, was Darryl Feldman, 44, mit seinem Internetauftritt ShopWindoz vorschwebt. „Unser Angebot richtet sich an junge Kreative, die ganz unkompliziert ihren eigenen Online-Shop eröffnen möchten“, erzählt der gebürtige Engländer, der Ende 2006 nach Berlin zog. In der Tat: Mit nur wenigen Klicks kann man auf der Website sein eigenes Schaufenster mit eigenen Produkten bestücken und sie weltweit zum Kauf anbieten. Für neun Euro Miete im Monat und fünf Prozent Umsatzbeteiligung. Der Dreh: Wenn sich viele kleine Anbieter zusammenschließen, werden sie in den Weiten des Internets eher entdeckt. Im Dezember 2007 ging ShopWindoz online – seitdem finden sich dort immer mehr innovative Produkte: Gürtel mit Graffiti, Schlüsselbretter in Fledermausform oder Betten im Flammendesign zum Beispiel. Für Nischenprodukte wie diese kündigte der gelernte Designer Darryl Feldman seinen Job beim Internetgiganten Yahoo in London und mietete ein Büroloft mit großem, weißem Indianerzelt für kreative Meetings in Berlin Kreuzberg. „Die Stadt hat ein besonders großes künstlerisches Potenzial und ist bei jungen Start-ups in Europa besonders populär“, sagt Feldman. Mit ShopWindoz bietet er einen Gegenentwurf zur Gleichförmigkeit deutscher Fußgängerzonen. Große Labels haben auf seiner Seite keine Chance. „Wir kümmern uns um die Underdogs“, sagt Feldman. Er glaubt an die Macht der Micro-Brands.