Den Psychologen in seiner Brust kann Michael Weins
nicht verbergen. Einfühlsam und ganz unmittelbar
schlüpft er in die Charaktere seiner Kurzgeschichten. Auf durchschnittlich sechs Seiten bringt er uns die Ängste eines Halbwüchsigen nahe, der um die Ehe seiner Eltern fürchtet, beobachtet mit den Augen eines Betreuers das Treiben in einer Autistendisco und geht den Gedanken eines Autobahnraststättenliebhabers nach. Der Erzählband „Krill“ vereint 21 kleine Kunstwerke des Hamburger „Machtclub“-Mitbegründers: neue und bereits gelesene, mal kindlich-leicht, mal düster-brutal, mal märchenhaft-mystisch.