Tom Kummer hatte sich eine enorme Fallhöhe aufgebaut. Er war der Star-Reporter der neunziger Jahre, vor seinem Aufnahmegerät gerieten Sean Penn oder Sharon Stone ins Plaudern. Im Mai 2000 sank sein Stern. Kummer prägte den Begriff des „Borderline“-Journalismus: Zahlreiche Interviews mit Hollywood-Größen waren frei erfunden. In Anlehnung an Michelangelo Antonionis Film „Blow Up“, der zeigt, wie leicht sich die Grenzen von Realität und Fiktion verwischen lassen und eine nihilistische Gesellschaft getäuscht wird, veröffentlicht Kummer nun seine Lebensgeschichte. Der Schweizer ist auf dem Boden der Tatsachen angekommen – als Tennislehrer Tomas in einem der elitärsten Clubs der USA. Seine „Klienten“ sind die gleichen geblieben, nur spielt er den Hollywoodgrößen nun gelbe Bälle zu. Das Schreiben hat er nicht verlernt: Er reißt den Leser mit in seinem
Gedankenstrom und sucht teils verzweifelt und schonungslos nach Erklärungen für das Geschehene. Scheinbar ehrlich, immer spannend.