Die Mutter aller Beachclubs ist gerettet. Nach einer öffentlichen Ausschreibung und wochenlangem Bangen gab das Bezirksamt endlich grünes Licht. Für die Betreiber der Strandbar Mitte ist der Standort im neu gestalteten Monbijoupark gegenüber der Museumsinsel nach jahrelanger Zwischennutzung gesichert. Was viele nicht wissen: Die Strandbar Mitte mit dem dazugehörigen Hexenkessel-Theater ist wirklich die Mutter aller Strandbars. Denn als 2002 die Betreiber am Uferweg der Spree Sand aufschütteten, Palmen und Liegestühle aufstellten, war im Rest von Deutschland noch gar nicht an die heute so omnipräsente Beachclub- Euphorie zu denken. Erst im Folgejahr breitete sich die Kunde vom City-Strandfeeling wie ein Lauffeuer zwischen Hamburg und München aus.

Auch in diesem Sommer wird also das märchenhafte Panorama mit Bodemuseum und Fernsehturm zu den schönsten der Stadt zählen. Es gibt aber einem Wermutstropfen: Die 2006 begonnene und in diesem Jahr fertiggestellte Umgestaltung des Monbijouparks hat eine Asphaltschneise entlang der Uferpromenade hinterlassen.Wie mit einem Lineal gezogen. In den Augen der Bezirksverwaltung ist jetzt alles schön und aufgeräumt. Für Sand ist da kein Platz mehr. Wie bitte? Ein Beachclub ohne Sand? „Ja, wir werden aber das nötige Ambiente mit ganz vielen Pflanzen und Palmen herstellen“, versichern die Betreiber. Die offizielle Standortsicherung hat aber auch einen Vorteil. „Während es uns früher auf Grund der Zwischennutzung nur möglich war, von Jahr zu Jahr zu planen, können wir jetzt mehr investieren.

Wir werden beispielsweise ein hölzernes Amphitheater bauen und die Monbijou-Festspiele zu einem festen Begriff machen“, so einer der Betreiber. Das Schicksal der Strandbar Mitte verdeutlicht stellvertretend die ungewisse Zukunft vieler anderer Beachclubs, die sich zwischen Oberbaumbrücke und Jannowitzbrücke entlang der Spree befinden.Wenn es nach dem Willen der Interessengemeinschaft Mediaspree ginge, würden auch hier die Uferbrachen „erschlossen“ und faktisch asphaltiert. Beliebte Strandbars wie die Bar25, das Kiki Blofeld oder der Oststrand – allesamt Zwischennutzer – wären somit gefährdet. Aber so lange darüber das letzte Wort noch nicht gesprochen ist, gibt es auch in diesem Sommer wieder Beachclubs, wie auf den folgenden Seiten beschrieben.