„Dunkel ist auch sehr schön“, sagt Peter Licht. Und so singt der Bachmannpreis-gekrönte Autor und Musiker, der seinen wahren Namen nicht preisgibt und sich äußerst ungern fotografieren lässt, darüber, dass niemand etwas festhalten kann. Nicht die Liebe, nicht das Leben. Ganz traurig könnte man dabei werden, wären da nicht dieses langsame Klavier, die marschierende Gitarre, das pulsierende Schlagzeug – und diese präzisen, scharfkantig-weichfließenden Texte. Dass sein neues Album heißt wie die Doktorarbeit eines Berliner Soziologen, macht vielleicht Angst. Sie ist aber unbegründet. Theoretisch und verkopft sind die zehn Lieder nämlich überhaupt nicht. Sie sind so wirklich und wahr wie der Alltag. „Melancholie und Gesellschaft“ ist wie eine Zugfahrt ohne Buch, bei der die Landschaft am Fenster vorbeizieht und die Gedanken kommen und zurückbleiben wie kleine Bahnstationen. Das schafft Ordnung im Kopf und beruhigt. Und so sagt Peter Licht auch: „Ich möchte lieber Licht haben.“ Wir auch. Es darf gern Peter heißen.

Video-Tipp: „Sonnendeck“ aus dem Album „Vierzehn Lieder“