Lemmy Kilmister, mittlerweile 61-jähriger Frontmann von Motörhead und Prototyp eines Rock’n’Rollers, hat sein Leben aufgeschrieben. Und eines wird mit jeder Seite klarer: Er ist nicht der Typ, den man sich für die eigene Tochter irgendwann als Freund wünscht. In den Hauptrollen der Lemmy Biografie: Pfadfinderinnen (für den ersten Sex mit 13), Platten firmenmitarbeiter (alle miteinander Idioten und Arschlöcher, eh klar), Jack Daniel’s und der Amphetamin-Lieferant. Eine besonders schöne Szene spielt sich ab, als Lemmy sich 1980 zur Blutwäsche anmelden möchte. Der Arzt verweigert nach einigen Tests seine Zustimmung mit der Begründung, reines Blut würde ihn töten. Wenn man es auch ahnte, nach der Lektüre dieses Buches steht es fest: Möge Lemmy ewig leben. Er ist der Fels in der Brandung des Rock’n’Roll. Er ist der Mann, den all die Eskapaden nicht umbringen, sondern am Leben erhalten, der Johnny Cash der harten Riffs. Nur Pete Doherty sollte dieses Buch besser nie in die Finger bekommen.