Eine Vorausscheidung über das Internet bescherte den Spaniern den unwahrscheinlichsten aller Grand Prix Helden: Rodolfo Chikilicuatre. Laut seiner Biografie ist Chikilicuatre 1972 in Argentinien zur Welt gekommen. Seine Leidenschaft für die Musik soll der kleine Rodolfo von seinem Vater geerbt haben. Obwohl dieser ein begeisterter Fagottspieler war, schenkte er seinem dreijährigen Sohn eine Gitarre. Die musikalische Karriere von Rodolfo Chikilicuatre nahm aber erst richtig Fahrt auf, als er sich ein paar Gitarrensaiten leistete und nach Spanien auswanderte. Dort schrieb er den Song „Baila el Chiki Chiki“, dessen Stil entfernt an Reggaeton erinnert, und erfüllte sich mit der Teilnahme am spanischen Vorentscheid einen langgehegten Traum.

Aber eigenlicht verbirgt sich hinter der Kunstfigur Rodolfo Chikilicuatre der in Spanien populäre Komiker und Schauspieler David Fernández Ortiz. Der hatte den schrägen Lateinamerikaner und dessen Song „Baila el Chiki Chiki“ für die Late-Night-Show eines spanischen Privatsenders erfunden. Dann aber schlug deren Moderator, Andreu Buenafuente, seinem Schützling vor, den Titel auch beim Vorentscheid zum Eurovision Song Contest auszuprobieren. Die Idee hatte Erfolg. Und weil Spanien zu den vier großen Geldgebern des Contest zählt, tritt David Fernández Ortiz alias Rodolfo Chikilicuatre am 24. Mai direkt im Belgrader Finale an.