Alternde Stars haben in Hollywood gerade Hochkonjunktur. Sylvester Stallone ballert sich im biblischen Alter durch den Dschungel, und Harrison Ford schwingt zur Aufbesserung seiner Rente noch einmal die Peitsche. Virtuellen Helden ergeht es da nicht besser. Auch am „Metal Gear Solid“-Protagonisten hat der Zahn der Zeit genagt – rein äußerlich. Solid Snake ist ergraut, seine Haut faltig geworden. Dennoch gab es noch keinen agileren Frührentner in einem Videospiel als dieses Action-Fossil. Wen wundert’s also, dass ihn die UN um Hilfe im Kampf gegen seinen ewigen Widersacher Liquid Ocelot bittet? Spielerisch ist „MGS 4“ ein Jungbrunnen, der vor explosiver Action überschäumt und mit großer Dramatik beeindruckt. Davon können sich die cineastischen Rentner-Revivals eine dicke Scheibe abschneiden. Sven Herwig