Auch in der Autostadt Detroit wird das Rad nicht neu erfunden. Und Detroits White Stripes erfinden den Rock nicht neu. Dennoch: Auf ihrem neuen Album „Icky Thump“ bedienen sich die Geschwister Jack und Meg White wieder lässig dieser einfachen Dualismen aus Gitarre und Schlagzeug, Rock’n’Roll und einer Prise Indie. Die Trennung von Renée Zellweger hat Jack White längst überwunden mit seinen Gitarren geht er eh viel lieber ins Bett. Die White Stripes spielen knackigen Garagenrock und entführen in Gefilde gnadenloser Rückwärtsgewandtheit und genialer Patchworkmusik. Der Titelsong „Icky Thump“ wird von einer quietschigen Orgel eingeleitet, bevor Megs metronomhaftes Schlagzeugspiel einsetzt. Jack singt über das rigorose Verhalten der USA gegenüber mexikanischen Einwanderern und reagiert damit auch auf den Vorwurf von Bloc Partys Sänger Kele Okereke, „immer so unpolitisch zu sein“. In dem Song „Rag And Bone“ ziehen die beiden als Schrottsammler durch Vorgärten. Ihre verspielte Lust an Liegengebliebenem garnieren sie mit Mariachi Chören und Pailletten Kostümen. Der Grat zwischen Langeweile und Aufgeregtheit ist zwar schmal, aber die White Stripes bleiben ihre eigene Marke und werden auch auf der nächsten Tour wieder die großen Arenen füllen. Qualitätsrock, nur echt mit den rotweißen Streifen.